Was fällt bei Stromausfall aus? Die kurze Antwort: mehr, als viele denken. Heizung, Wasserversorgung, Handynetz, Festnetz und Kartenzahlung an der Kasse sind in der Regel alle betroffen, weil sie auf elektrisch betriebene Technik angewiesen sind. Wer das vorher weiß, kann sich gezielt vorbereiten, statt im Ernstfall improvisieren zu müssen.
Was fällt bei Stromausfall aus? Die wichtigsten Bereiche im Überblick
Bei einem Stromausfall fallen laut BBK Heizung, Kühlschrank, Herd und Licht aus, da die meisten modernen Heizungen auf elektrische Steuerungen angewiesen sind. Hinzu kommen Internet, Mobilfunk und Geldautomaten. In Mehrfamilienhäusern betrifft es zusätzlich Aufzüge, Gegensprechanlagen und elektrische Türöffner, wie die Verbraucherzentrale beschreibt. Die folgenden Abschnitte gehen die einzelnen Bereiche im Detail durch.
Funktioniert die Gasheizung bei Stromausfall?
Die meisten modernen Heizungen – auch Gasheizungen – sind auf elektrische Steuerungen angewiesen. Fällt der Strom aus, fällt in der Regel auch die Heizung aus, selbst wenn Gas noch vorhanden wäre. Pumpen, Zündung und Regelungstechnik brauchen Strom, um zu arbeiten. Das bestätigt auch der ADAC: Viele Heizungen funktionieren laut ADAC nur mit Strom und fallen bei einem Blackout aus.
Zusammen mit der Heizung fallen laut BBK auch Kühlschrank, Herd und Licht aus. Wer sich auf einen Heizungsausfall vorbereiten möchte, findet konkrete Schritte im Artikel Wohnung warm halten, wenn die Heizung ausfällt.
Alternative Heizquellen
Das BBK empfiehlt für Heizungsausfälle einen Vorrat an Kohle, Briketts oder Holz für Kamine und Öfen. Bei alternativen Heizquellen empfiehlt das BBK außerdem Kohlenmonoxid-Warnmelder, da unsachgemäße Nutzung lebensgefährlich werden kann. Mehr dazu im Beitrag Kohlenmonoxid: die unsichtbare Gefahr bei Notheizungen.

Wasser bei Stromausfall: Was passiert mit der Leitung?
Ob Wasser aus der Leitung kommt, hängt von der örtlichen Infrastruktur ab. Laut BBK kommt ohne Strom in der Regel kein Wasser mehr aus der Leitung, da Pump- und Förderanlagen der Wasserversorgung Strom benötigen. Die Verbraucherzentrale ordnet das etwas differenzierter ein: Heizungen funktionieren ohne Strom nicht, Warmwasser fällt also aus – die Wasserversorgung selbst bleibt laut Verbraucherzentrale aber meist erhalten. Beide Quellen beziehen sich dabei auf unterschiedliche Szenarien: Wie stark ein Ausfall die eigene Wasserversorgung trifft, hängt von der jeweiligen Förderanlage vor Ort ab. Im Zweifel solltest du vorsorglich von einem möglichen Ausfall ausgehen.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt für einen Stromausfall einen Vorrat für 3 bis 5 Tage und dabei mindestens 2 Liter Wasser pro Person täglich. Wie viel genau du einplanen solltest, erklärt Wie viel Trinkwasser brauche ich im Notfall?. Zur richtigen Lagerung hilft der Artikel Trinkwasser richtig lagern.
Handynetz bei Stromausfall: Funktioniert mobiles Internet noch?
Internet und Mobilfunk fallen laut BBK bei einem Stromausfall aus. Die Mobilfunkmasten selbst benötigen Strom, und ihre Notstromversorgung ist zeitlich begrenzt. Auch wenn dein Handy noch Akku hat, kann es ohne funktionierendes Netz nicht telefonieren oder mobil ins Internet gehen.
Festnetz bei Stromausfall
Auch das Festnetz ist betroffen. Laut Verbraucherzentrale fallen bei Stromausfall Internetrouter und häufig auch Telefonanschlüsse aus. Klassische Telefonanschlüsse mit eigener Stromversorgung sind selten geworden – die meisten heutigen Anschlüsse laufen über Router, die ohne Strom nicht funktionieren.
Für den Fall, dass weder Mobilfunk noch Festnetz funktionieren, lohnt sich ein Blick auf Informiert bleiben ohne Internet und auf PMR- und Freenet-Funkgeräte für den Notfall.
Kartenzahlung bei Stromausfall: Geht an der Kasse noch etwas?
Kartenzahlungen und Geldautomaten funktionieren laut Verbraucherzentrale bei Stromausfall oft nicht zuverlässig. Das BBK bestätigt: Geldautomaten funktionieren bei einem Stromausfall nicht. Kassensysteme im Handel sind ebenfalls elektrisch betrieben und damit betroffen – ein Einkauf mit Karte kann dann schlicht nicht abgeschlossen werden.
- Kartenzahlung an der Kasse: in der Regel nicht möglich
- Geldautomaten: funktionieren nicht
- Online-Banking: nicht erreichbar, da Internet ausfällt
Die Verbraucherzentrale rät deshalb, Bargeld in kleinen Scheinen zu Hause zu lagern, da Kartenzahlung im Stromausfall nicht sicher funktioniert. Wie viel Bargeld sinnvoll ist, beschreibt Bargeldreserve für den Notfall.

Was noch ausfällt: Aufzüge, Türöffner, Gegensprechanlagen
Gerade in Mehrfamilienhäusern wird oft unterschätzt, wie viel an der Haustechnik hängt. Laut Verbraucherzentrale können bei Stromausfall Aufzüge, Gegensprechanlagen und elektrische Türöffner ausfallen. Wer im oberen Stockwerk wohnt oder mobilitätseingeschränkte Angehörige hat, sollte das in die eigene Planung einbeziehen – etwa indem Treppenhäuser auch ohne Aufzug sicher begehbar bleiben und Besuch sich vorher anmeldet.
Ursachen für Stromausfälle
Stromausfälle entstehen nicht nur durch Unwetter. Laut BBK zählen zu den Ursachen Leitungsschäden durch Unfälle, Bauarbeiten, Unwetter wie Stürme, Hochwasser, Schneefall oder Lawinen, aber auch Sabotage oder Cyberangriffe auf Stromversorger. Die Ursache beeinflusst oft, wie lange ein Ausfall dauert – planbar ist das für Privathaushalte in der Regel nicht.
Wie du dich auf einen Stromausfall vorbereitest
Als Vorsorge für Kommunikation und Zahlungen empfiehlt das BBK geladene Akkus, ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio sowie Bargeld. Der ADAC empfiehlt für eine Notfallausstattung über 10 Tage unter anderem 20 Liter Wasser pro Person, Lebensmittel ohne Kühl- und Kochbedarf, LED-Taschenlampen oder Stirnlampen, warme Decken und Schlafsäcke, Campingkocher, Kurbelradios, Powerbanks, vorinstallierte Notfall-Apps, ein Erste-Hilfe-Set sowie Desinfektionsmittel.
Konkrete Schritte für die ersten Stunden findest du in Stromausfall: die ersten 24 Stunden richtig handeln. Für die Stromversorgung von Kleingeräten lohnt sich ein Blick auf Powerstation oder Powerbank – was brauche ich?. Wer sich an der BBK-Checkliste orientieren möchte, findet eine ausführliche Übersicht im Artikel Der Notvorrat für 10 Tage nach BBK-Empfehlung.
Häufige Fragen
Was fällt bei Stromausfall als Erstes aus?
Licht, Kühlschrank, Herd und Heizung fallen laut BBK meist unmittelbar aus, da sie auf elektrische Steuerung oder Strom direkt angewiesen sind.
Funktioniert die Gasheizung bei Stromausfall?
In der Regel nicht, da auch Gasheizungen elektrische Steuerungen für Zündung und Pumpen benötigen.
Kann ich bei Stromausfall noch telefonieren?
Mobilfunk und oft auch Festnetz fallen aus, da Mobilfunkmasten und Router Strom benötigen.
Habe ich bei Stromausfall noch Wasser aus dem Hahn?
Das hängt von der örtlichen Wasserversorgung ab: Laut BBK kann die Leitung komplett ausfallen, laut Verbraucherzentrale bleibt die Wasserversorgung in vielen Fällen erhalten – Warmwasser fällt in jedem Fall aus. Ein eigener Vorrat ist deshalb sinnvoll.
Kann ich im Supermarkt noch mit Karte bezahlen?
In der Regel nicht, da Kassensysteme und Kartenzahlung Strom benötigen – Bargeld ist deshalb die sicherere Option.
So gehst du jetzt vor
Verschaffe dir einen Überblick, welche der genannten Bereiche – Heizung, Wasser, Kommunikation, Zahlung – in deinem Haushalt am kritischsten wären, und beginne genau dort mit der Vorsorge. Ein Radio mit Batterie, etwas Bargeld und ein Wasservorrat für mehrere Tage sind ein solider erster Schritt, der sich mit wenig Aufwand umsetzen lässt.
Quellen und weiterführende Informationen
Newsletter · Lagebericht
Gratis: der 10-Tage-Notfall-Check
Melde dich für den wöchentlichen Lagebericht an – als Dankeschön bekommst du nach der Bestätigung die Checkliste zum Abhaken (PDF). Ruhig erklärt, ohne Panikmache, jederzeit abbestellbar.
Allgemeine Information, kein Ersatz für individuelle Beratung durch Behörden, Rettungsdienste oder medizinisches Fachpersonal. Im Notfall: 112.