Wir sind es gewohnt, jede Information in Sekunden auf dem Handy zu finden. Wie wird das Wetter? Wo ist ein Stau? Was ist in der Stadt los? Fällt das Internet aus – sei es durch einen Stromausfall, eine technische Störung oder überlastete Netze –, merken viele erst, wie abhängig sie davon sind. Die gute Nachricht: Es gibt verlässliche Wege, auch ohne Internet informiert zu bleiben. Man muss sie nur vorher kennen.
Die wichtigste Quelle: das Radio
Das BBK nennt das Radio ausdrücklich als wichtiges Gerät für Notfälle und Krisen und empfiehlt batterie-, kurbel- oder solarbetriebene Modelle. Behörden geben bei größeren Lagen Gefahrendurchsagen und Verhaltenshinweise an die Rundfunksender weiter, besonders an die regionalen öffentlich-rechtlichen Programme. Radio kommt ohne Mobilfunk und ohne Internet aus.
Bereite dich so vor:
- Leg dir ein Radio zu, das ohne Steckdose läuft, idealerweise mit Kurbel und Batteriefach.
- Notiere die Frequenz deines regionalen Senders und eines Ausweichsenders.
- Denk auch ans Autoradio: Es ist bei einem Stromausfall ein brauchbarer Empfänger. Lass den Motor dafür aber nicht unnötig laufen und niemals in geschlossenen Räumen wie der Garage – Abgase enthalten giftiges Kohlenmonoxid.
Cell Broadcast: Warnung auch ohne Internet
Solange das Mobilfunknetz noch arbeitet, aber das mobile Internet überlastet ist, kann dich eine Warnung über Cell Broadcast trotzdem erreichen. Dafür brauchst du keine App und keine Datenverbindung, nur ein eingeschaltetes Handy mit Netzempfang und aktivierten Notfallbenachrichtigungen. Warn-Apps wie NINA dagegen brauchen eine Datenverbindung.
Vor Ort: Anlaufstellen und Aushänge
Das BBK rät, die Anlaufstellen in der eigenen Umgebung zu kennen. Viele Städte und Landkreise haben für längere Stromausfälle Orte geplant, an denen du Informationen bekommst und einen Notruf absetzen kannst. Je nach Region heißen sie zum Beispiel Notfall-Infopunkte, Katastrophenschutz-Leuchttürme oder Notfalltreffpunkte. Oft sind das Feuerwehrhäuser, Rathäuser oder Schulen mit Notstromversorgung.
Finde jetzt heraus, ob es so etwas bei dir gibt: auf der Internetseite deiner Stadt oder deines Landkreises, im Amtsblatt oder durch einen Anruf bei der Verwaltung. Schreib dir die Adresse auf und überlege, wie du ohne Auto hinkommst.
Außerdem kann es im Ernstfall Lautsprecherdurchsagen von Polizei oder Feuerwehr geben, Aushänge an öffentlichen Gebäuden und Informationen in der Lokalzeitung. Klingt altmodisch, funktioniert aber.
Wissen offline vorhalten
Was du im Ernstfall wissen musst, solltest du nicht erst dann suchen müssen. Leg dir einen kleinen Ordner an, in dem du das Wichtigste auf Papier hast:
- den Ratgeber des BBK für Notfallvorsorge, ausgedruckt oder als Broschüre bestellt,
- deine Notfall-Kontaktliste mit Treffpunkten,
- eine Papierkarte deiner Region mit eingezeichneten Anlaufstellen,
- Erste-Hilfe-Grundlagen als Merkblatt,
- Bedienungsanleitungen für wichtige Geräte wie Radio, Campingkocher oder Powerstation.
Auch auf dem Handy kannst du vorsorgen: Lade Karten deiner Umgebung für die Offline-Nutzung herunter und speichere wichtige PDFs lokal. Das hilft, solange der Akku reicht.
Gerüchte und Falschmeldungen erkennen
In unsicheren Lagen verbreiten sich Gerüchte besonders schnell, ob über Messenger, soziale Netzwerke oder von Tür zu Tür. Gerade wenn offizielle Informationen knapp sind, füllen sich die Lücken mit Spekulationen. Ein paar einfache Regeln helfen dir:
- Woher stammt die Information? Ist eine Behörde, die Feuerwehr, die Polizei oder ein etablierter Sender als Quelle genannt?
- Ist sie aktuell? Alte Meldungen tauchen in Krisen gern wieder auf.
- Bestätigt eine zweite, verlässliche Quelle die Nachricht?
- Spielt die Nachricht mit Angst oder Dringlichkeit? Formulierungen wie „Sofort an alle weiterleiten!“ sind ein Warnzeichen.
Gib nur weiter, was du aus einer offiziellen Quelle hast. Das BBK ermutigt ausdrücklich dazu, behördliche Informationen an andere weiterzugeben – gerade an Menschen, die selbst keinen Zugang haben.
Nachbarschaft als Informationsnetz
Unterschätze nicht die Menschen um dich herum. Wer kein Radio hat, freut sich, wenn du klingelst und erzählst, was durchgesagt wurde. Ältere Nachbarn ohne Smartphone sind darauf besonders angewiesen. Wenn ihr euch im Haus oder in der Straße ein wenig organisiert, etwa mit einem gemeinsamen Aushang im Treppenhaus, entsteht ein kleines, verlässliches Informationsnetz. In der Truppe sagt man: Information, die bei einem hängen bleibt, ist wertlos. Das gilt auch hier.
Energie für deine Informationsquellen
Radio, Handy und Taschenlampe brauchen Energie. Eine geladene Powerbank, ein Batterievorrat in den passenden Größen und ein Gerät mit Kurbel sorgen dafür, dass du über mehrere Tage empfangsbereit bleibst. Schalte Geräte gezielt zu Nachrichtenzeiten ein und dazwischen wieder aus.
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Kurz gesagt: Ein Radio ohne Steckdose ist deine wichtigste Informationsquelle, wenn das Internet ausfällt. Finde heraus, wo in deiner Gemeinde Anlaufstellen für den Notfall eingerichtet werden, und halte wichtige Infos auf Papier vor. Gib nur Informationen aus offiziellen Quellen weiter.
Quellen und weiterführende Informationen
Allgemeine Information, kein Ersatz für individuelle Beratung durch Behörden, Rettungsdienste oder medizinisches Fachpersonal. Im Notfall: 112.