Die Menge steht fest – 2 Liter pro Person und Tag, zehn Tage lang. Jetzt kommt die praktische Frage: Wie lagerst du das Wasser so, dass es im Ernstfall auch wirklich trinkbar ist? Hier entscheidet sich, ob ein Vorrat ein Gewinn ist oder nach einem Jahr muffig riechend im Keller steht. Wir zeigen dir die zwei bewährten Wege und worauf es bei Behälter, Ort und Pflege ankommt.
Weg 1: Gekauftes Wasser in Flaschen
Der einfachste und pflegeleichteste Vorrat ist abgefülltes Mineral- oder Tafelwasser aus dem Handel. Das Portal Ernährungsvorsorge der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung beschreibt Mineralwasser in original verschlossener Flasche als nahezu unbegrenzt haltbar – vorausgesetzt, es steht dunkel, kühl und trocken. Sonne und Wärme verschlechtern die Qualität.
Ein paar Punkte, die sich in der Praxis bewährt haben:
- Stilles Wasser bevorzugen: Es lässt sich ohne Umweg zum Kochen und für Babynahrung verwenden. Für Säuglinge gibt es eigens gekennzeichnetes Wasser – frag im Zweifel Kinderärztin oder Kinderarzt.
- Glas oder PET: Glas ist schwer und kann brechen, PET ist leicht, kann aber Gerüche aus der Umgebung annehmen. Stell PET-Flaschen deshalb nicht neben Farben, Lösungsmittel, Benzin oder Putzmittel.
- Mindesthaltbarkeitsdatum beachten: Es ist eine Qualitätsgarantie des Herstellers und kein Verfallsdatum. Trotzdem: Älteste Flaschen zuerst verbrauchen und neue hinten einräumen.
Weg 2: Leitungswasser selbst abfüllen
Leitungswasser ist in Deutschland ein streng kontrolliertes Lebensmittel und kostet fast nichts. Für die Lagerung braucht es aber mehr Sorgfalt, denn außerhalb der Leitung können sich mit der Zeit Keime vermehren – vor allem bei Wärme, Licht und unsauberen Behältern.
Der richtige Behälter
- Lebensmittelecht: Achte auf Kanister, die ausdrücklich für Trinkwasser vorgesehen sind. Im Handel erkennst du lebensmittelgeeignete Materialien häufig am Glas-Gabel-Symbol.
- Blickdicht und robust: Undurchsichtige Kanister aus HDPE lassen kaum Licht durch und vertragen auch mal einen Stoß.
- Weite Öffnung: Lässt sich mit Bürste und Hand reinigen. Enge Hälse sind schwer sauber zu bekommen.
- Nicht geeignet: Alte Saft-, Milch- oder Reinigerflaschen und Behälter, in denen vorher Chemikalien, Öl oder Kraftstoff waren. Rückstände lassen sich kaum zuverlässig entfernen.
Sauber abfüllen
- Behälter mit heißem Wasser und etwas Spülmittel gründlich reinigen, danach mehrmals klar ausspülen.
- Wasserhahn kurz laufen lassen, bis frisches, kaltes Wasser kommt.
- Kanister möglichst randvoll füllen und sofort fest verschließen.
- Mit Datum beschriften – ein Stück Malerkrepp und ein Filzstift reichen.
Wie lange hält abgefülltes Leitungswasser?
Eine feste, amtliche Frist gibt es dafür nicht, weil zu viel von Sauberkeit und Lagerort abhängt. Wir empfehlen, selbst abgefülltes Wasser regelmäßig auszutauschen und es nicht jahrelang stehen zu lassen. Das alte Wasser ist nicht verloren: Gieß damit Pflanzen oder nutz es zum Putzen.
Wer seltener tauschen möchte, kann sauberes Leitungswasser mit Silberionen konservieren. Katadyn gibt für seine Micropur-Classic-Produkte an, dass klares Leitungswasser damit bis zu sechs Monate trinkbar bleibt. Wichtig: Laut Hersteller nur in Kunststoff- oder Glasbehältern verwenden, nicht in Aluminium oder Edelstahl. Konservieren ist übrigens nicht dasselbe wie Entkeimen – verunreinigtes Wasser wird dadurch nicht sicher. Dazu mehr im Artikel „Wasser aufbereiten“.
Beim Bund haben wir Kanister nie einfach in die Ecke gestellt. Sie bekamen einen festen Platz, eine Beschriftung und einen Termin zur Kontrolle. Genau diese Routine macht auch zu Hause den Unterschied.
Der richtige Lagerort
- Kühl und dunkel: Keller, Abstellkammer oder ein Schrank an einer Innenwand sind ideal. Direkte Sonne fördert Algen und Keime.
- Nicht neben Chemie: Farben, Lösungsmittel, Dünger und Kraftstoffe gehören weit weg vom Wasser.
- Frost beachten: In Garage, Gartenhaus oder Wohnwagen kann Wasser im Winter gefrieren und Behälter platzen lassen. Dort lieber nicht lagern oder Kanister nicht ganz voll machen.
- Hochwasser bedenken: Wer in einem Überschwemmungsgebiet wohnt, sollte einen Teil des Vorrats in einem oberen Stockwerk aufbewahren.
- Verteilen statt stapeln: Mehrere Lagerstellen schützen davor, dass ein Rohrbruch oder umgekippter Stapel den ganzen Vorrat trifft.
- Erreichbar: Ein voller 20-Liter-Kanister wiegt gut 20 Kilogramm. Lagere ihn so, dass du ihn ohne Leiter und Verrenkungen herausbekommst.
Die Pflege-Routine
Ein Vorrat ist nur so gut wie seine Pflege. Lege dir zwei feste Termine im Jahr fest, etwa die Zeitumstellung im Frühjahr und Herbst. Dann prüfst du:
- Mindesthaltbarkeitsdaten der Flaschen, ältere nach vorne
- Datum auf den Kanistern, abgefülltes Wasser austauschen
- Dichtigkeit, Risse, Gerüche
- Ob die Menge noch zur Zahl der Personen und Tiere im Haushalt passt
Kombination ist oft am klügsten
Viele Haushalte fahren gut mit einer Mischung: Der Großteil als gekauftes Flaschenwasser, das ohnehin im Alltag getrunken und nachgekauft wird, dazu einige Kanister mit Leitungswasser als Reserve. Ergänzt um einen faltbaren Wassersack, mit dem du im Ernstfall Wasser von einer Ausgabestelle holen kannst, bist du solide aufgestellt.
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Kurz gesagt: Original verschlossenes Mineralwasser ist der pflegeleichteste Vorrat. Leitungswasser nur in sauberen, lebensmittelechten Behältern abfüllen, beschriften und regelmäßig tauschen. Lagere alles kühl, dunkel, frostfrei und weit weg von Chemikalien.
Quellen und weiterführende Informationen
Allgemeine Information, kein Ersatz für individuelle Beratung durch Behörden, Rettungsdienste oder medizinisches Fachpersonal. Im Notfall: 112.