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Licht & Strom

Powerstation kaufen: Worauf du bei Stromausfall achten musst

Powerstation auf einem Holztisch mit angeschlossenem Smartphone und Lampe im Wohnzimmer
Eine Powerstation versorgt bei Stromausfall Handy und Licht, ohne Abgase in der Wohnung.

Wenn du eine Powerstation kaufen möchtest, achte zuerst auf drei Dinge: eine Kapazität in Wattstunden, die zu deinem tatsächlichen Bedarf passt, eine ausreichende Dauerleistung in Watt und die Anschlüsse für deine Geräte. Alles Weitere – Akkutyp, USV-Funktion, Gewicht – entscheidest du danach. Ein Testsieger hilft dir wenig, wenn er zu deinem Bedarf nicht passt.

Was eine Powerstation beim Stromausfall leisten soll

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nennt als Ursachen für Stromausfälle Unfälle, Baufehler, Unwetter wie Sturm, Hochwasser oder Schnee, Sabotage und Cyberangriffe auf Versorgungssysteme. Meist werden Ausfälle laut BBK in wenigen Stunden behoben. Bei größeren Ereignissen können sie aber Tage dauern. Genau diese Spanne solltest du bei der Planung im Blick haben.

Eine Powerstation ist dafür ein sinnvoller Baustein, aber kein Ersatz für die übrige Vorsorge. Sie hält Kommunikation, Licht und kleine Verbraucher am Laufen. Sie ist kein Heizkraftwerk für das ganze Haus. Wer das von Anfang an klar trennt, kauft bewusster und vermeidet Enttäuschungen.

Das BBK rät, Geräte und Ersatzakkus geladen zu halten und Solarladegeräte oder Powerbanks bereitzuhalten. Dazu gehören auch ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio und etwas Bargeld, weil Geldautomaten bei Stromausfall nicht funktionieren. Eine Powerstation ergänzt diese Liste, wenn du mehr Energie brauchst, als eine Powerbank liefert. Ob das bei dir der Fall ist, klärt der Artikel Powerstation oder Powerbank – was brauche ich?

Welche Geräte sollen überhaupt versorgt werden?

Die BBK-Broschüre „Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe“ beschreibt die Folgen für Kühlschrank, Heizung und Kommunikation. Sie hilft dir, deine Prioritäten zu ordnen. Schreibe vor dem Kauf auf, was die Powerstation versorgen soll. Typische Kandidaten sind:

  • Smartphones und Powerbanks, um erreichbar zu bleiben
  • Lampen und ein Radio
  • ein Router oder ein Laptop, falls du ihn brauchst
  • medizinische oder pflegerelevante Geräte, sofern vorhanden
  • bei Bedarf der Kühlschrank für kurze Zeiträume

Diese Liste ist deine Kaufgrundlage. Je kürzer sie ist, desto kleiner und günstiger darf das Gerät ausfallen.

Kapazität berechnen: Wattstunden statt Bauchgefühl

Die Kapazität einer Powerstation wird in Wattstunden (Wh) angegeben. Sie sagt, wie viel Energie im Akku steckt. Um die Kapazität zu berechnen, multiplizierst du die Leistung eines Geräts in Watt mit der Zeit in Stunden, die es laufen soll. Das Ergebnis ist der Energiebedarf in Wattstunden. Das gilt für jedes Gerät, das du betreiben willst.

Ein reines Rechenbeispiel zur Veranschaulichung: Ein Gerät mit 50 Watt, das 4 Stunden läuft, braucht 200 Wattstunden. Mehrere Geräte addierst du. Plane die Laufzeit realistisch, nicht für den Dauerbetrieb rund um die Uhr. Eine ausführliche Anleitung mit Tabelle findest du im Artikel Strombedarf im Notfall berechnen.

Warum die Angabe nie komplett nutzbar ist

Die Nennkapazität steht auf dem Datenblatt, nutzbar ist im Alltag meist etwas weniger. Beim Umwandeln von Gleichstrom in 230 Volt Wechselspannung geht Energie verloren, und auch die Elektronik braucht selbst Strom. Wie groß dieser Verlust bei einem Modell ist, steht nicht pauschal fest. Plane deshalb einen Puffer ein und kaufe lieber etwas mehr Kapazität, als die nackte Rechnung ergibt.

Wie groß sind typische Geräte?

Zur Orientierung: Die von Stiftung Warentest geprüften Powerstations hatten Kapazitäten von 400 bis 644 Wattstunden. Das ist die Klasse, in der viele tragbare Geräte liegen. Für das Laden von Handys, Licht und Radio über mehrere Tage reicht dir diese Größenordnung oft aus. Willst du dagegen Geräte mit hohem Verbrauch über Stunden betreiben, brauchst du deutlich mehr. Rechne dann nach, statt zu schätzen.

Powerstation kaufen: Worauf du bei der Leistung achten solltest

Neben der Kapazität zählt die Dauerleistung in Watt. Sie legt fest, wie viele Verbraucher gleichzeitig laufen dürfen. Addiere die Leistung aller Geräte, die du parallel betreiben willst, und vergleiche die Summe mit der Dauerleistung. Im Test von Stiftung Warentest lag die maximale Dauerleistung der Geräte bei 300 bis 700 Watt.

Achte außerdem auf die Spitzenleistung. Geräte mit Motor, etwa ein Kühlschrank, ziehen beim Anlaufen kurzzeitig mehr Strom als im Dauerbetrieb. Ob eine Powerstation das verkraftet, steht im Datenblatt. Fehlt die Angabe, ist das ein Warnzeichen.

Angaben prüfen, nicht blind glauben

Laut test.de liefern nicht alle Geräte die versprochene Leistung. Eine Powerstation im Test schaltete nach 30 Minuten ab, obwohl sie die angegebene Leistung halten sollte. Für dich heißt das: Lies unabhängige Tests, vergleiche Datenblätter und teste dein Gerät nach dem Kauf selbst, am besten mit der Last, die du im Ernstfall brauchst. Solche Probeläufe gehören ohnehin in jede Vorsorge.

Wärmeerzeuger wie Heizlüfter, Wasserkocher oder Herdplatten sind für eine Powerstation grundsätzlich schlechte Kandidaten, weil sie viel Leistung ziehen und den Akku schnell leeren. Für das Warmhalten der Wohnung gibt es bessere Wege, die wir im Artikel Wohnung warm halten, wenn die Heizung ausfällt beschreiben.

LiFePO4-Powerstation: Welcher Akku passt?

Bei der Zellchemie begegnet dir häufig der Begriff LiFePO4, also Lithium-Eisenphosphat. Viele Hersteller bewerben eine LiFePO4-Powerstation als langlebig und robust. Konkrete Zahlen zu Ladezyklen oder Lebensdauer solltest du immer dem Datenblatt des jeweiligen Modells entnehmen und nicht pauschal übernehmen. Gleichwertige Aussagen gelten nicht für jedes Gerät.

Für die Vorsorge ist ein Punkt besonders wichtig: Die Powerstation liegt oft monatelang im Schrank und muss im Ernstfall funktionieren. Frage dich deshalb beim Kauf, wie der Akku mit langer Lagerung umgeht und wie du ihn pflegen sollst. Die Hinweise des Herstellers zu Ladestand und Lagerung sind hier maßgeblich. Allgemeine Grundlagen findest du im Artikel Batterien und Akkus richtig lagern.

Worauf du beim Akkutyp noch schaust

  • Angaben des Herstellers zu Zellchemie, Lagerung und Betriebstemperatur
  • Gewicht im Verhältnis zur Kapazität
  • Garantiebedingungen und Erreichbarkeit des Services
  • Hinweise zu Überhitzungs- und Überladeschutz

Wer das Gerät eher zu Hause nutzt, darf auf das Gewicht weniger achten als jemand, der es transportieren möchte.

Hände notieren Geräte und Watt-Werte, um die Kapazität der Powerstation zu berechnen
Erst Geräte und Watt aufschreiben, dann die nötigen Wattstunden ausrechnen.

Die USV-Funktion: Strom ohne Unterbrechung

Manche Modelle bieten eine USV-Funktion, also eine unterbrechungsfreie Stromversorgung. Dann hängt die Powerstation zwischen Steckdose und Verbraucher und übernimmt bei einem Ausfall selbsttätig. Das ist praktisch für Geräte, die nicht einfach abschalten sollen, etwa ein Router, ein Computer oder ein medizinisches Gerät.

Prüfe bei der Powerstation-USV-Funktion genau, wie sie arbeitet. Entscheidend sind die Umschaltzeit und die Frage, ob das Gerät dauerhaft am Netz hängen darf. Für empfindliche Geräte reicht nicht jede Umschaltung aus. Verlass dich nur auf die Herstellerangaben und teste die Funktion einmal in Ruhe, indem du den Netzstecker ziehst.

Brauchst du die Funktion nicht, spart ein Gerät ohne USV-Funktion womöglich Geld. Hängen aber medizinische Geräte oder die Kommunikation daran, ist sie ein sinnvolles Kriterium. Bei medizinisch relevanten Geräten sprichst du die Absicherung zusätzlich mit dem behandelnden Arzt oder dem Gerätehersteller ab.

Anschlüsse, Gewicht und Sicherheit

Schau dir an, welche Anschlüsse du wirklich brauchst. Die von Stiftung Warentest geprüften Powerstations haben Schuko-Steckdosen (230 V), 12-V-Kfz-Buchsen und USB-Anschlüsse einschließlich USB-C. Das ist eine gute Mindestausstattung. Zähle nach, wie viele Geräte du gleichzeitig anschließen willst, und achte darauf, dass genug Anschlüsse vorhanden sind.

Das Gewicht ist im Alltag wichtiger, als viele denken. Die geprüften Geräte wogen 4 bis 8 Kilogramm. Bewertet wurden dabei auch die Transportierbarkeit und die Position der Griffe. Wenn du die Powerstation aus dem Keller holen oder ins Auto heben musst, sollte sie gut zu greifen sein. Kapazität und Gewicht stehen in einem Zusammenhang: Mehr Energie bedeutet in der Regel mehr Masse.

Sicherheit im Umgang

Stiftung Warentest prüfte unter anderem Auf- und Entladen und bewertete dabei auch Sicherheit und Handhabung. Das zeigt, worauf du selbst achten kannst: verständliche Anzeigen, ein nachvollziehbarer Ladestand, klare Bedienung und eine Anleitung, die du auch unter Stress verstehst. Betreibe das Gerät nach Herstellerangaben und nicht abgedeckt, und lagere es trocken.

Ein klarer Vorteil gegenüber Verbrennungsaggregaten: Eine Powerstation erzeugt keine Abgase. Die BBK-Broschüre warnt vor den Abgasgefahren von Notstromaggregaten bei unsachgemäßer Nutzung in geschlossenen Räumen. Mehr dazu liest du im Beitrag Notstromaggregat für den Haushalt: sinnvoll, erlaubt, sicher? Wenn du daneben mit Gas kochst, nutze Campingkocher oder Grill nur im Freien. Bei Gasgeräten rät das BBK zu einem Kohlenmonoxidmelder.

Powerstation mit faltbarem Solarpanel auf dem Balkon als zweite Ladequelle beim Stromausfall
Ein Solarpanel als zweite Ladequelle hilft, wenn ein Ausfall länger dauert.

Laden vor und im Ernstfall: Netz, Auto, Solar

Eine Powerstation ist nur so gut wie ihr Ladestand. Lade sie deshalb nach dem Kauf voll und kontrolliere den Stand regelmäßig. Eine feste Routine hilft, zum Beispiel bei der Zeitumstellung. Dazu passt der Artikel Notvorrat überprüfen: feste Routine zur Zeitumstellung.

Wenn der Ausfall länger dauert, hilft dir eine zweite Ladequelle. Das BBK nennt Solarladegeräte ausdrücklich als Teil der Vorsorge. Prüfe beim Kauf, welche Ladewege dein Modell unterstützt und ob Powerstation und Solarpanel zusammenpassen. Einen Einstieg gibt dir der Beitrag Solarpanel für Einsteiger. Wie weit ein Balkonkraftwerk bei einem Ausfall hilft, erklärt Balkonkraftwerk bei Stromausfall: Was wirklich geht.

Sprich außerdem Ladezeit und Ladeleistung ab. Ein Gerät, das sich nur sehr langsam füllt, ist bei mehrtägigen Ausfällen weniger praktisch, wenn du zwischendurch nachladen willst. Das Datenblatt gibt dir die nötigen Werte, und sie lassen sich leicht mit deinem Bedarf abgleichen.

Häufige Fragen

Wie groß sollte eine Powerstation für den Stromausfall sein?

Das hängt von deinen Geräten ab. Rechne Leistung in Watt mal Laufzeit in Stunden, addiere alle Geräte und plane einen Puffer ein. Für Handys, Licht und Radio genügt oft eine kleinere Größe. Zur Orientierung: Die von Stiftung Warentest geprüften Geräte lagen zwischen 400 und 644 Wattstunden.

Was bedeutet LiFePO4 bei einer Powerstation?

LiFePO4 steht für Lithium-Eisenphosphat und beschreibt die Zellchemie des Akkus. Hersteller bewerben sie oft als langlebig. Konkrete Werte wie Zyklenzahlen findest du nur im Datenblatt des einzelnen Modells. Vergleiche sie dort, statt dich auf den Begriff allein zu verlassen.

Brauche ich eine USV-Funktion?

Nur, wenn Geräte ohne Unterbrechung weiterlaufen sollen, etwa ein Router oder ein Computer. Für Handyladen und Licht ist sie nicht nötig. Prüfe bei Bedarf die Umschaltzeit in den Herstellerangaben und teste die Funktion einmal selbst.

Kann ich mit einer Powerstation den Kühlschrank betreiben?

Das ist je nach Gerät und Kapazität für begrenzte Zeit möglich. Prüfe Dauer- und Spitzenleistung und rechne die Laufzeit nach. Was mit Lebensmitteln bei einem Ausfall passiert, steht im Beitrag Gefrierschrank bei Stromausfall: Was bleibt, was muss weg?

Deine nächsten Schritte

  1. Liste auf, welche Geräte du bei einem Stromausfall wirklich versorgen willst.
  2. Berechne den Bedarf in Wattstunden und die gleichzeitige Leistung in Watt.
  3. Vergleiche Datenblätter nach Kapazität, Dauerleistung, Anschlüssen, Gewicht und Akkutyp.
  4. Entscheide, ob du eine USV-Funktion brauchst.
  5. Lies unabhängige Tests, da nicht jedes Gerät die versprochene Leistung hält.
  6. Lade die Powerstation nach dem Kauf voll und mach einen Probelauf.
  7. Plane eine zweite Ladequelle ein, etwa ein Solarpanel, und kontrolliere den Ladestand regelmäßig.

Wie du die ersten Stunden eines Ausfalls insgesamt gut übersteht, liest du im Beitrag Stromausfall: die ersten 24 Stunden richtig handeln.

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