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Licht & Strom

Nach einem Stromausfall: Geräte, Essen, Heizung prüfen

Ausgeschaltete Elektronik im Wohnzimmer – Geräte nach einem Stromausfall prüfen
Empfindliche Elektronik schaltest du aus, bevor der Strom zurückkommt.

Nach einem Stromausfall prüfst du elektrische Geräte auf Funktion und mögliche Schäden und kontrollierst sofort die Temperatur im Kühl- und Gefrierschrank. Außerdem müssen Uhren und Heizung eventuell neu eingestellt werden, und Schäden solltest du dokumentieren. Wer ruhig und der Reihe nach vorgeht, behält den Überblick.

In diesem Beitrag gehen wir die Schritte durch, die nach der Rückkehr des Stroms wichtig sind: was du schon vorher tun kannst, wie du Geräte prüfst, worauf du bei Lebensmitteln achtest, was bei der Heizung zu beachten ist und wie du Schäden festhältst. Alle Hinweise stützen sich auf Angaben der Verbraucherzentrale, des bayerischen Landwirtschaftsministeriums und des BBK.

Nach einem Stromausfall: Was tun zuerst?

Wenn das Licht wieder angeht, ist die Erleichterung groß. Genau dann lohnt es sich, kurz innezuhalten. Es gibt mehrere Dinge, die nach einem Ausfall zu kontrollieren sind, und nicht alle sind gleich dringend. Eine feste Reihenfolge hilft, nichts zu vergessen und nicht hektisch zu werden.

Die wichtigste Maßnahme kommt sogar vor der Rückkehr des Stroms: Empfindliche Elektronik wie Computer oder Fernseher sollte man ausschalten, bevor der Strom zurückkommt. So vermeidest du Schäden durch Spannungsspitzen. Das ist die Empfehlung der Verbraucherzentrale. War der Strom schon wieder da, bevor du daran gedacht hast, gehst du einfach mit den folgenden Schritten weiter.

  1. Sobald der Strom zurück ist, kontrollierst du sofort die Temperatur im Kühl- und Gefrierschrank.
  2. Danach prüfst du elektrische Geräte auf Funktion und mögliche Schäden.
  3. Du kontrollierst Uhren, Heizung und andere Geräte, die ihre Einstellungen verlieren können.
  4. Im Winter beobachtest du Leitungen auf Lecks und ungewöhnliche Geräusche.
  5. Du dokumentierst entstandene Schäden.

Die Reihenfolge ist eine Orientierung. Wichtig ist vor allem, dass du systematisch vorgehst, statt überall gleichzeitig nachzusehen. Wie du dich während des Ausfalls verhältst, steht in unserem Beitrag Stromausfall: die ersten 24 Stunden richtig handeln. Hier geht es um das Danach.

Ruhe bewahren hilft

Nach einem Ausfall steht oft vieles gleichzeitig an: Lebensmittel, Technik, Heizung, vielleicht Sorgen um Angehörige. Ein kurzer Moment der Ruhe verhindert Fehler. Atme durch, verschaffe dir einen Überblick und arbeite dann Punkt für Punkt ab. Wenn mehrere Personen im Haushalt sind, könnt ihr die Aufgaben aufteilen: Eine Person kümmert sich um die Kühlgeräte, eine andere um die Geräte im Wohnbereich.

Mehr dazu, was bei einem Ausfall überhaupt betroffen sein kann, findest du im Beitrag Was fällt bei Stromausfall aus? Heizung, Wasser, Handy, Kasse.

Heizungsregler mit Display im Flur – Einstellungen nach einem Stromausfall prüfen
Nach dem Ausfall prüfst du, ob Uhrzeit und Heizprogramm noch stimmen.

Geräte prüfen und Spannungsspitzen vermeiden

Die Verbraucherzentrale rät, elektrische Geräte nach dem Stromausfall auf Funktion und mögliche Schäden zu prüfen. Das klingt selbstverständlich, ist aber eine gute Gewohnheit. Nimm dir Gerät für Gerät vor und achte darauf, ob es wie gewohnt arbeitet. Fällt dir etwas auf, notierst du es, damit du es später nachvollziehen kannst.

Warum empfindliche Elektronik besondere Aufmerksamkeit braucht

Computer, Fernseher und ähnliche Geräte gelten als empfindlich. Wenn das Netz wieder anläuft, können kurzzeitig Spannungsspitzen auftreten. Genau deshalb lautet die Empfehlung, solche Geräte auszuschalten, bevor der Strom zurückkommt. Wenn du weißt, dass ein Ausfall länger dauern kann, ist es sinnvoll, diese Geräte schon früh auszuschalten, damit du später nicht darauf achten musst.

Die Fakten der Verbraucherzentrale beschränken sich auf das Ausschalten vor der Rückkehr des Stroms. Weitere Schutzmaßnahmen sind hier nicht Thema. Wenn du unsicher bist, ob ein Gerät Schaden genommen hat, lies in der Anleitung des Herstellers nach oder frage beim Hersteller nach.

Was bei der Prüfung auffallen kann

Beim Prüfen geht es um zwei Fragen: Funktioniert das Gerät noch, und zeigt es Auffälligkeiten? Ein Gerät, das sich nicht mehr einschalten lässt oder sich anders verhält als sonst, ist ein Fall für die Dokumentation. Schäden können sich auch erst später zeigen. Beobachte deshalb deine Geräte in den folgenden Tagen aufmerksam, ohne in Sorge zu verfallen.

Einstellungen kontrollieren

Uhren, Heizung und andere Geräte müssen nach dem Ausfall eventuell neu eingestellt werden, weil sie ihre Einstellungen verlieren können. Denk dabei nicht nur an die Küchenuhr. Auch Geräte mit Zeitprogrammen oder gespeicherten Einstellungen können betroffen sein. Gehe einmal durch die Wohnung und prüfe, was eine Uhrzeit oder ein Programm anzeigt. Stimmt etwas nicht, stellst du es neu ein.

Wenn du dich künftig besser auf Ausfälle einstellen möchtest, hilft ein Blick auf den Beitrag Strombedarf im Notfall berechnen.

Kühlschrank und Gefrierschrank nach dem Stromausfall

Bei einem Stromausfall fallen Kühlschrank und Herd aus. Verderbliche Lebensmittel sind deshalb bei längerem Ausfall gefährdet. Das BBK rät, den Kühlschrank nicht unnötig zu öffnen. Auch die Verbraucherzentrale empfiehlt, Kühl- und Gefrierschrank während des Ausfalls geschlossen zu halten. Das gilt für die Zeit des Ausfalls. Sobald der Strom zurück ist, kontrollierst du sofort die Temperatur.

Wie lange hält die Kälte?

Ein gut gefüllter Gefrierschrank hält bei geschlossener Tür ohne Strom ungefähr 24 Stunden sichere Temperaturen. Volle Geräte halten die Kälte länger. Das ist ein Richtwert und kein fester Garantiewert. Wie es in deinem Gerät tatsächlich aussieht, zeigt die Temperatur, die du nach der Rückkehr des Stroms kontrollierst.

Die Temperaturgrenzen im Gefrierschrank

Das bayerische Landwirtschaftsministerium verweist mit Bezug auf das Bundesinstitut für Risikobewertung auf eine Orientierung: Bis minus 12 °C geht keine Gefahr von Lebensmitteln aus. Ab minus 5 bis minus 8 °C besteht ein Risiko für Lebensmittelinfektionen.

Beachte, dass zwischen diesen beiden Angaben ein Bereich liegt, zu dem die Quelle keine Aussage macht. Lies die Werte deshalb nicht als Entwarnung für alles, was wärmer als minus 12 °C war. Zeigt das Gerät höhere Temperaturen, gehe vorsichtig vor und nutze die folgenden Hinweise.

Was du mit aufgetauten Lebensmitteln tust

Prüfe Lebensmittel vor dem Verzehr per Sinnestest: Aussehen, Geruch, Konsistenz. Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Milchprodukte, eihaltige Produkte und selbst zubereitete Reste bergen das größte Risiko für Lebensmittelvergiftungen. Sie sollten entsorgt werden, wenn sie aufgetaut sind. Auch aufgetautes Speiseeis gehört weggeworfen.

  • Gekochte Speisen und rohe pflanzliche Lebensmittel können nach dem Auftauen wieder eingefroren werden.
  • Lebensmittel, die verdorben sein könnten, werden entsorgt.
  • Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Immungeschwächte sollten zweifelhafte Lebensmittel nicht essen.

Der Sinnestest ersetzt keine Temperaturkontrolle, er ergänzt sie. Bist du bei einem Lebensmittel unsicher, entscheidest du dich im Zweifel gegen den Verzehr, vor allem, wenn empfindliche Personen mitessen. Eine ausführliche Übersicht findest du im Beitrag Gefrierschrank bei Stromausfall: Was bleibt, was muss weg?.

Wenn du künftig weniger verlieren möchtest, hilft ein Vorrat, der ohne Kühlung auskommt. Anregungen dazu gibt der Beitrag Lebensmittel mit langer Haltbarkeit.

Gefrierschrank mit Thermometer – Temperatur nach einem Stromausfall kontrollieren
Die gemessene Temperatur zeigt, wie es im Gefrierschrank nach dem Ausfall aussieht.

Heizung nach dem Stromausfall prüfen

Heizung und andere Geräte können nach dem Ausfall ihre Einstellungen verlieren. Die Verbraucherzentrale weist deshalb darauf hin, dass sie eventuell neu eingestellt werden müssen. Das bedeutet nicht, dass es immer nötig ist. Du prüfst es, indem du nachsiehst, ob die Anzeige noch stimmt.

  • Kontrolliere die Uhrzeit an Regler oder Display.
  • Prüfe, ob das Heizprogramm und die gewünschten Temperaturen noch eingestellt sind.
  • Stelle verlorene Einstellungen neu ein.

Wenn du bei deiner Anlage unsicher bist, hilft die Anleitung des Herstellers. Wie du die Wohnung in der Zwischenzeit warm hältst, falls die Heizung noch nicht wieder läuft, liest du im Beitrag Wohnung warm halten, wenn die Heizung ausfällt.

Leitungen im Winter beobachten

Bei Stromausfällen im Winter können Leitungen einfrieren. Nach dem Wiederanlauf solltest du sie auf Lecks oder ungewöhnliche Geräusche beobachten. Gehe dafür aufmerksam durch die Wohnung und achte darauf, ob dir etwas auffällt, das sonst nicht da ist. Entdeckst du ein Leck, dokumentierst du es und holst fachkundige Hilfe.

Lüften nicht vergessen

Hast du während des Ausfalls eine alternative Heizung oder Beleuchtung genutzt, gilt: Es muss regelmäßig gelüftet werden, weil Sauerstoffmangel droht. Das BBK nennt als Beispiel für eine Alternative zu Heizungen, die Strom brauchen, einen Kamin. Zu den Gefahren von Notheizungen findest du mehr im Beitrag Kohlenmonoxid: die unsichtbare Gefahr bei Notheizungen.

Schäden dokumentieren

Entstandene Schäden solltest du dokumentieren, um mögliche Versicherungsansprüche geltend machen zu können. So rät es die Verbraucherzentrale. Ob und in welchem Umfang eine Versicherung leistet, hängt vom jeweiligen Vertrag ab. Das lässt sich hier nicht allgemein beantworten.

Sinnvoll ist es, alles festzuhalten, was später für eine Nachfrage nützlich sein könnte. Dazu gehören betroffene Geräte, Auffälligkeiten und die Zeitpunkte, soweit du sie kennst.

  • Halte fest, welche Geräte betroffen sind und was dir aufgefallen ist.
  • Mache Fotos von sichtbaren Schäden.
  • Notiere, wann der Ausfall war und wann der Strom zurückkam, soweit bekannt.

Wichtige Unterlagen bewahrst du am besten gesammelt auf. Wie das gelingt, zeigt der Beitrag Die Dokumentenmappe: wichtige Papiere sichern.

Häufige Fragen

Was soll ich nach einem Stromausfall zuerst tun?

Kontrolliere sofort die Temperatur im Kühl- und Gefrierschrank und prüfe elektrische Geräte auf Funktion und mögliche Schäden. Danach schaust du, ob Uhren und Heizung neu eingestellt werden müssen.

Wie lange hält der Gefrierschrank ohne Strom die Kälte?

Ein gut gefüllter Gefrierschrank hält bei geschlossener Tür ungefähr 24 Stunden sichere Temperaturen. Volle Geräte halten die Kälte länger. Entscheidend ist die Temperatur, die du nach der Rückkehr des Stroms kontrollierst.

Welche Lebensmittel muss ich nach dem Stromausfall wegwerfen?

Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Milchprodukte, eihaltige Produkte und selbst zubereitete Reste solltest du entsorgen, wenn sie aufgetaut sind. Aufgetautes Speiseeis gehört ebenfalls weggeworfen. Den Rest prüfst du per Sinnestest.

Welche Geräte schalte ich vor der Rückkehr des Stroms aus?

Empfindliche Elektronik wie Computer oder Fernseher sollte man ausschalten, bevor der Strom zurückkommt. So vermeidest du Schäden durch Spannungsspitzen.

Muss ich die Heizung nach einem Stromausfall neu einstellen?

Möglicherweise. Heizung, Uhren und andere Geräte können ihre Einstellungen verlieren und müssen dann eventuell neu eingestellt werden. Kontrolliere deshalb Uhrzeit und Einstellungen.

Deine Handlungsschritte nach dem Stromausfall

Wenn du dir nur einen Ablauf merken willst, dann diesen:

  1. Vorher: Empfindliche Elektronik wie Computer und Fernseher ausschalten, bevor der Strom zurückkommt.
  2. Kühlgeräte: Sofort die Temperatur kontrollieren, lange Öffnungen vermeiden, Lebensmittel per Sinnestest prüfen und Risikoprodukte im aufgetauten Zustand entsorgen.
  3. Geräte: Auf Funktion und mögliche Schäden prüfen.
  4. Heizung und Uhren: Einstellungen kontrollieren und bei Bedarf neu einstellen.
  5. Leitungen: Im Winter auf Lecks und ungewöhnliche Geräusche achten.
  6. Dokumentieren: Schäden festhalten, damit du mögliche Versicherungsansprüche geltend machen kannst.

Wer sich für den nächsten Ausfall besser aufstellen möchte, schaut sich Powerstation oder Powerbank – was brauche ich? an.

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