Das BBK empfiehlt für den Fall eines Stromausfalls geladene Akkus, Ersatzakkus sowie Powerbanks oder solarbetriebene Ladegeräte. Doch der Markt ist riesig: von der handlichen Powerbank für die Jackentasche bis zur kofferschweren Powerstation mit Steckdosen. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt nicht vom Werbeversprechen ab, sondern von einer einfachen Frage: Was willst du im Ernstfall betreiben – und wie lange?
Zwei Begriffe, die du kennen musst
Kapazität in Wattstunden (Wh)
Die Kapazität sagt, wie viel Energie ein Speicher enthält. Bei Powerstations wird sie meist direkt in Wattstunden angegeben. Bei Powerbanks steht dagegen oft eine Zahl in Milliamperestunden (mAh) auf der Packung. Diese Angabe bezieht sich auf die Spannung der Akkuzellen, nicht auf die Ausgangsspannung. Zum Vergleichen rechnest du um: mAh mal Zellspannung geteilt durch 1000 ergibt Wattstunden. Viele Hersteller drucken den Wh-Wert zusätzlich auf das Gehäuse. Beim Laden geht zudem ein Teil der Energie durch Umwandlung verloren, du bekommst also nie die volle Nennkapazität heraus.
Leistung in Watt (W)
Die Leistung beschreibt, wie viel Strom ein Gerät gleichzeitig abgeben kann. Eine Powerstation mit großer Kapazität, aber schwachem Wechselrichter kann zum Beispiel keinen Wasserkocher betreiben. Prüfe deshalb immer beide Werte: Hat der Speicher genug Energie – und kann er sie schnell genug abgeben?
Die Powerbank: klein, günstig, unverzichtbar
Eine Powerbank ist die Basisausstattung für jeden Haushalt. Sie lädt Smartphone, Stirnlampe, Funkgerät oder ein kleines Radio per USB. Für die Krisenvorsorge empfehlen wir:
- Mindestens eine größere Powerbank pro Haushalt, besser eine pro erwachsener Person.
- USB-C mit Power Delivery, damit du auch moderne Geräte schnell laden kannst.
- Eine kleinere Powerbank im Fluchtrucksack.
- Regelmäßig nachladen: Auch ungenutzte Powerbanks verlieren mit der Zeit Ladung.
Für einen Stromausfall von ein bis zwei Tagen reicht eine gute Powerbank meist völlig aus, wenn du dein Handy sparsam nutzt.
Die Powerstation: Steckdose zum Mitnehmen
Eine Powerstation ist im Kern ein großer Akku mit Wechselrichter, Steckdosen, USB-Anschlüssen und oft einem Eingang für Solarpanels. Sie erzeugt keine Abgase und ist leise, du darfst sie also anders als einen Benzin-Generator in der Wohnung betreiben. Sinnvoll ist sie, wenn du mehr als Kleingeräte versorgen willst:
- Laptop für Homeoffice oder Kommunikation
- Router, um bei funktionierendem Festnetz-Internet online zu bleiben
- Kühlbox oder zeitweise den Kühlschrank
- LED-Beleuchtung für mehrere Räume
- Medizinische Geräte – hier unbedingt vorher mit Ärztin, Arzt oder Gerätehersteller klären, ob und wie der Betrieb an einer Powerstation zulässig ist.
So rechnest du deinen Bedarf aus
- Schreibe alle Geräte auf, die im Notfall laufen sollen.
- Notiere die Leistung jedes Geräts in Watt (Typenschild oder Bedienungsanleitung).
- Schätze, wie viele Stunden am Tag jedes Gerät laufen soll.
- Leistung mal Stunden ergibt Wattstunden pro Tag. Alles zusammenzählen.
- Etwa ein Fünftel als Reserve für Umwandlungsverluste dazurechnen.
Beim Kühlschrank hilft das Energielabel: Dort steht der Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Geteilt durch 365 ergibt sich ein grober Tagesverbrauch. Achte bei Geräten mit Motor auf den Anlaufstrom, der kurzzeitig deutlich über der Nennleistung liegen kann.
Wichtig für die Erwartungen: Heizlüfter, Wasserkocher, Elektroherd oder Föhn ziehen sehr viel Leistung und leeren selbst große Powerstations in kurzer Zeit. Zum Heizen ist eine Powerstation nicht gedacht.
Worauf du beim Kauf achten solltest
- Akkutyp: Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4) gilt als besonders langlebig und thermisch stabil. Viele aktuelle Modelle setzen darauf.
- Reiner Sinus: Ein Wechselrichter mit reiner Sinuswelle versorgt auch empfindliche Elektronik zuverlässig.
- Ladewege: Steckdose, Auto und Solar – je mehr Möglichkeiten, desto flexibler bist du.
- Gewicht: Größere Modelle wiegen schnell so viel wie ein voller Getränkekasten. Überlege, ob du sie im Notfall tragen musst.
- Marke und Service: Setze auf etablierte Hersteller mit deutschsprachigem Service und Ersatzteilversorgung.
Pflege und Lagerung
Bewahre Powerbank und Powerstation trocken bei Zimmertemperatur auf, nicht im heißen Auto und nicht in der Kälte. Lade sie alle paar Monate nach und lies die Herstellerempfehlung zum Lagerladestand. Nutze nur passende Ladegeräte und lade nicht unbeaufsichtigt in der Nähe brennbarer Materialien. Ein aufgeblähter oder beschädigter Akku gehört nicht mehr in Betrieb, sondern zur Sammelstelle.
Aus unserer Erfahrung als Ausbilder: Ein Gerät, das du nie benutzt hast, kennst du im Ernstfall nicht. Probiere deine Powerstation einmal einen Abend lang aus – du lernst dabei mehr als aus jedem Datenblatt.
Unsere Ausrüstungs-Empfehlungen
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- Bluetti AC180Powerstation der Mittelklasse mit LiFePO4-Akku und kräftigem Wechselrichter für größere Verbraucher.Zum Produkt*
- Anker SOLIX C1000Gut ausgestattete Powerstation mit LiFePO4-Akku und schneller Netzladung.Zum Produkt*
Kurz gesagt: Für Handy und Kleingeräte reicht eine gute Powerbank. Eine Powerstation lohnt sich, wenn du Laptop, Kühlbox oder Licht für längere Zeit betreiben willst. Erst den Bedarf in Wattstunden ausrechnen, dann kaufen.
Quellen und weiterführende Informationen
Allgemeine Information, kein Ersatz für individuelle Beratung durch Behörden, Rettungsdienste oder medizinisches Fachpersonal. Im Notfall: 112.