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Vorbereitet statt panisch Gratis-Checkliste
Nahrung & Vorrat

Der Notvorrat für 10 Tage nach BBK-Empfehlung

Symbolbild, KI-generiert

Zehn Tage selbst versorgen – das ist die Empfehlung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) für jeden Haushalt in Deutschland. Der Gedanke dahinter ist nüchtern: Bei einem großflächigen Stromausfall, Hochwasser oder einer anderen Störung können Supermärkte geschlossen sein, Lieferketten stocken und Hilfskräfte brauchen Zeit, bis sie überall sind. Wer einige Tage überbrücken kann, entlastet sich selbst und die Helfer. Und: Auch ein Vorrat für drei Tage ist laut BBK schon ein guter Anfang.

Die Basis: rund 2.200 Kilokalorien am Tag

Die Mengenempfehlungen von BBK und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) gehen davon aus, dass ein Erwachsener im Durchschnitt etwa 2.200 Kilokalorien am Tag braucht. Das deckt den normalen Bedarf ab. Tiefkühlware ist in den Beispiellisten bewusst nicht eingeplant, denn bei einem Stromausfall taut sie schnell auf.

Die Mengen für eine Person und zehn Tage

Die BBK-Checkliste nennt für einen Erwachsenen folgende Richtwerte:

  • Getränke: 20 Liter (Wasser zum Trinken und Kochen, auch Säfte zählen)
  • Getreide, Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis: 3,5 kg
  • Gemüse und Hülsenfrüchte: 4,0 kg
  • Obst und Nüsse: 2,5 kg
  • Milch und Milchprodukte: 2,6 kg
  • Fisch, Fleisch, Eier: 1,5 kg
  • Fette und Öle: rund 0,36 kg
  • Sonstiges nach Bedarf: zum Beispiel Zucker, Honig, Marmelade, Salz, Gewürze, Brühe, Kakao, Fertiggerichte

Für einen Haushalt mit mehreren Personen multiplizierst du einfach. Bei Kindern, älteren Menschen oder sehr aktiven Erwachsenen weicht der Bedarf ab – der Vorratskalkulator auf ernaehrungsvorsorge.de hilft dir, die Mengen individuell zu berechnen, auch in einer vegetarischen Variante.

Was sich in der Praxis bewährt

Die Listen sind ein Rahmen, kein Einkaufszettel, den du stur abarbeiten musst. Wir empfehlen, nach drei Kriterien auszuwählen, die auch das BBK nennt:

  1. Ohne Kühlung haltbar: Konserven, Trockenprodukte, H-Milch, Hartkäse, Zwieback, Knäckebrot.
  2. Verzehrfertig oder schnell gar: Lebensmittel, die du kalt essen kannst oder die nur kurz erhitzt werden müssen.
  3. Wenig Energie bei der Zubereitung: Getrocknete Bohnen brauchen lange Kochzeiten. Linsen, Couscous, Instant-Haferflocken oder Gemüsekonserven sind sparsamer.

Beispiele pro Gruppe

  • Getreide: Knäckebrot, Zwieback, Haferflocken, Nudeln, Reis, Couscous, Kartoffelpüree-Flocken
  • Gemüse: Bohnen, Erbsen, Mais, Karotten und Linsen aus der Dose oder dem Glas, rote Linsen getrocknet
  • Obst: Obstkonserven, Apfelmus, Trockenobst, Nüsse
  • Milch: H-Milch, Milchpulver, Hartkäse am Stück
  • Eiweiß: Fisch- und Fleischkonserven, Trockenwurst, für Vegetarier zusätzliche Hülsenfrüchte und Nussmus
  • Fette: Speiseöl, Erdnussbutter

In der Grundausbildung lernt jeder, dass eine warme Mahlzeit mehr ist als Kalorien – sie hält die Moral oben. Plane deshalb auch Dinge ein, die du gerne isst: Kaffee, Tee, Schokolade, Lieblingskonserve.

Häufige Denkfehler

  • Nur Nudeln und Reis kaufen: Satt macht das, aber ohne Wasser, Energie und Abwechslung wird es schnell schwierig. Achte auf eine Mischung aus allen Gruppen.
  • Dinge kaufen, die niemand isst: Ein Vorrat, der im Alltag nie angerührt wird, verdirbt irgendwann. Kauf, was in deiner Küche ohnehin vorkommt.
  • Den Dosenöffner vergessen: Klingt banal, passiert aber. Ein mechanischer Dosenöffner gehört in jeden Vorrat.
  • Kochmöglichkeit übersehen: Ohne Strom brauchst du eine sichere Alternative. Mehr dazu im Artikel „Kochen ohne Strom“.

Besonderer Bedarf

Das BBK erinnert daran, auch an Allergien, Unverträglichkeiten und besondere Essgewohnheiten zu denken. Für Säuglinge gehört Babynahrung samt passendem Wasser in den Vorrat, für Kleinkinder vertraute Lebensmittel. Wer auf eine spezielle Ernährung angewiesen ist, bespricht den Vorrat am besten mit Ärztin oder Arzt. Und vergiss die Haustiere nicht – dazu gibt es einen eigenen Artikel.

Einmal kaufen oder Stück für Stück?

Das BBK beschreibt zwei Wege. Du kannst den Vorrat auf einen Schlag anlegen und dann regelmäßig, zum Beispiel einmal im Jahr, auf Ablaufdaten prüfen. Oder du baust einen „lebenden Vorrat“ auf: Bei jedem Einkauf nimmst du ein, zwei Dinge zusätzlich mit und verbrauchst die ältesten zuerst. Für die meisten Haushalte ist eine Kombination ideal – ein Grundstock auf einmal, der dann im Alltag rotiert.

Wohin mit allem?

Kühl, trocken und dunkel ist ideal. Ein Regal im Keller, ein Schrank im Flur oder eine Kiste unter dem Bett reichen. Trockenwaren wie Mehl, Reis und Haferflocken lagerst du am besten in verschließbaren Dosen, das schützt vor Feuchtigkeit und Vorratsschädlingen.

Dein Start in drei Etappen

Wenn dir die Liste zu groß erscheint, teil sie auf. Erste Etappe: Wasser und verzehrfertige Lebensmittel für drei Tage. Zweite Etappe: aufstocken auf sieben Tage und eine Kochmöglichkeit ohne Strom besorgen. Dritte Etappe: die volle Menge für zehn Tage plus Hygieneartikel, Medikamente nach Rücksprache mit Ärztin oder Apotheke und Haustierbedarf. Jede Etappe macht dich ein Stück unabhängiger.

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Kurz gesagt: Das BBK empfiehlt einen Vorrat für zehn Tage auf Basis von rund 2.200 Kilokalorien pro Person und Tag. Eine Person braucht dafür unter anderem 20 Liter Getränke, 3,5 kg Getreideprodukte und 4 kg Gemüse. Kauf, was du ohnehin isst, und verbrauch das Älteste zuerst.

Allgemeine Information, kein Ersatz für individuelle Beratung durch Behörden, Rettungsdienste oder medizinisches Fachpersonal. Im Notfall: 112.

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