Ein selbst im Supermarkt zusammengestellter 10-Tage-Notvorrat inklusive Wasser kostet weniger als 10 Euro pro Tag, also unter 100 Euro pro Person. Fertige Notfallpakete aus dem Internet kosten dagegen im Durchschnitt 23,33 Euro pro Tag. Der Unterschied liegt vor allem im Wasser und in der Zusammensetzung der Pakete.
Die Verbraucherzentrale Sachsen hat im Rahmen eines Marktchecks 14 verschiedene Online-Shops mit Notfallpaketen untersucht und mit einem selbst zusammengestellten Vorrat verglichen. Das Ergebnis zeigt: Wer selbst einkauft, spart deutlich – ohne an Qualität zu verlieren.
Notvorrat Kosten: Selbst kaufen oder Fertigpaket?
Ein individuell im Supermarkt zusammengestellter 10-Tage-Notvorrat inklusive Wasser kostet weniger als 10 Euro pro Tag und Person. Fertigpakete aus dem Internet kosten dagegen im Schnitt 23,33 Euro pro Tag, bei der teuersten getesteten Option sogar bis zu 50 Euro pro Tag. Laut Verbraucherzentrale Sachsen sind Fertigpakete gegenüber einem selbst zusammengestellten Vorrat oft doppelt so teuer.
Wer sich entscheiden muss, ob er ein Notfallpaket kauft oder den Vorrat selbst zusammenstellt, sollte wissen, wofür der Aufpreis eigentlich bezahlt wird – und ob er sich lohnt. Die Antwort aus dem Marktcheck fällt eindeutig aus: In den meisten Fällen lohnt sich der Aufpreis nicht.
Warum Fertigpakete teurer sind
Ein großer Preistreiber ist das Wasser. Trinkwasser in speziellen Notfall-Beuteln kostet zwischen 2,95 und 8,10 Euro pro Liter, während Mineralwasser im Supermarkt unter 1 Euro pro Liter kostet. Bei 20 Litern pro Person für 10 Tage macht das einen erheblichen Unterschied. Mehr dazu liest du im Beitrag Wie viel Trinkwasser brauche ich im Notfall?
Hinzu kommt: Kein getestetes Fertigpaket erreichte die empfohlenen 2.200 Kilokalorien pro Tag, besonders deutlich bei vegetarischen und veganen Varianten. Außerdem enthält die Zusammensetzung vieler Fertigpakete zu viel Fleisch und zu wenig Obst und Gemüse. Wer also viel bezahlt, bekommt nicht automatisch einen ausgewogenen Vorrat.
Bisphenole in Langzeitkonserven
Ein weiterer Punkt aus dem Marktcheck: Getestete Langzeitkonserven enthielten BPA beziehungsweise Bisphenole. Keines der Produkte trug ein „bisphenolfrei“-Label. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein Argument dafür, Konserven aus dem normalen Supermarktregal nicht grundsätzlich für schlechter zu halten als teure Spezialprodukte. Entscheidend ist eher, wie der gesamte Vorrat zusammengesetzt ist, als woher einzelne Konserven stammen.
Wer unsicher ist, wie lange einzelne Produkte tatsächlich halten und worauf beim Lagern zu achten ist, findet eine Übersicht im Artikel Lebensmittel mit langer Haltbarkeit.

Was gehört in den 10-Tage-Vorrat?
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, sich für möglichst 10 Tage selbst versorgen zu können. Konkrete Mengenangaben pro Lebensmittel nennt das BBK nicht, verweist aber auf den Vorratskalkulator der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Als Lebensmittel empfiehlt das BBK unter anderem:
- Trockenfrüchte
- Konserven mit Obst, Gemüse, Fleisch oder Fisch
- Trockenfleisch und Trockenwurst
- Nüsse
- Zwieback
Der Vorratskalkulator rechnet mit 2.200 Kilokalorien pro Person und Tag und nennt folgende Tagesmengen: 0,33 kg Getreideprodukte, Brot oder Kartoffeln, 0,40 kg Gemüse oder Pilze, 0,25 kg Obst, 0,25 kg Milch oder Milcherzeugnisse, 0,12 kg Eier, Fleisch, Wurst oder Fisch und 33 Gramm Fette oder Öl – jeweils pro Tag. Eine ausführliche Übersicht findest du im Artikel Der Notvorrat für 10 Tage nach BBK-Empfehlung.
Diese Mengen sind bewusst nüchtern kalkuliert und orientieren sich an dem, was ein Haushalt ohnehin regelmäßig verbraucht. Das macht die Umsetzung einfacher, als es zunächst klingt: Es geht nicht um exotische Spezialprodukte, sondern um Grundnahrungsmittel in etwas größerer Menge.
Wasserbedarf richtig einplanen
Das BBK empfiehlt mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit zum Trinken pro Tag und Person, plus 0,5 Liter für Kochzwecke. Für 10 Tage sind das rund 20 Liter pro Person. Der Vorratskalkulator rechnet mit derselben Gesamtmenge von 2,0 Litern pro Tag, zusammengesetzt aus Trink- und Kochwasser. Für Senioren ab 65 Jahren wird ein erhöhter Bedarf von 2 Litern pro Tag allein zum Trinken angesetzt, für Kinder bis 12 Jahren reichen etwa 1 Liter pro Tag.
Wasser ist der größte Posten im Keller, aber auch der günstigste, wenn du auf normales Mineralwasser oder richtig gelagertes Leitungswasser setzt statt auf teure Notfall-Beutel. Wie du es richtig lagerst, steht im Beitrag Trinkwasser richtig lagern.

Notvorrat günstig zusammenstellen: Praktische Hinweise
Wer den Notvorrat günstig zusammenstellen will, kauft am besten über mehrere Einkäufe verteilt haltbare Grundnahrungsmittel, die ohnehin im Haushalt verwendet werden. So wird aus dem Vorrat ein lebender Vorrat, der regelmäßig verbraucht und aufgefüllt wird – nichts verdirbt ungenutzt im Keller. Mehr dazu im Artikel Vorrat rotieren: das „Lebender Vorrat“-Prinzip.
Ein weiterer Kostenfaktor ist das Timing. Wer kurz vor einer akuten Warnlage einkauft, zahlt oft mehr, weil beliebte Produkte knapper werden. Wer dagegen über Wochen verteilt einkauft, kann Angebote nutzen und verteilt die Ausgabe auf das normale Haushaltsbudget, statt sie auf einen Schlag zu spüren.
Lohnt sich eine feste Einkaufsliste?
Eine schriftliche Liste hilft, beim Einkauf nichts zu vergessen und Doppelkäufe zu vermeiden. Orientiere dich an den Mengenangaben des Vorratskalkulators und ergänze sie um das, was deine Familie tatsächlich isst. Das hält die Gesamtkosten niedrig, weil nichts unnötig oder ungenutzt eingekauft wird und am Ende im Müll landet.
Sinnvoll ist außerdem, die Liste nach Kategorien zu ordnen: Getreideprodukte, Gemüse und Obst in Konserven, Milchprodukte mit langer Haltbarkeit, Eiweißquellen sowie Fette und Öle. Wer zusätzlich Haustiere versorgen muss, findet passende Hinweise im Artikel Notvorrat für Haustiere.
Häufige Fragen
Was kostet ein Notvorrat für 10 Tage pro Person?
Ein selbst im Supermarkt zusammengestellter 10-Tage-Vorrat inklusive Wasser kostet weniger als 10 Euro pro Tag, also unter 100 Euro pro Person.
Sind fertige Notfallpakete ihr Geld wert?
Fertigpakete kosten im Schnitt 23,33 Euro pro Tag, teils bis zu 50 Euro. Kein getestetes Paket erreichte die empfohlenen 2.200 Kilokalorien pro Tag, und die Zusammensetzung war oft unausgewogen mit zu viel Fleisch und zu wenig Obst und Gemüse.
Warum ist Wasser aus Notfall-Beuteln so teuer?
Trinkwasser in speziellen Notfall-Beuteln kostet zwischen 2,95 und 8,10 Euro pro Liter, während normales Mineralwasser im Supermarkt unter 1 Euro pro Liter kostet.
Wie viel Wasser brauche ich für 10 Tage?
Das BBK empfiehlt mindestens 1,5 Liter zum Trinken und 0,5 Liter zum Kochen pro Tag und Person, zusammen rund 20 Liter für 10 Tage.
Sind Konserven aus dem Supermarkt sicher?
Ein Marktcheck fand Bisphenole auch in teuren Langzeitkonserven, keines der getesteten Produkte war als bisphenolfrei ausgewiesen. Normale Supermarktkonserven sind dadurch keine automatisch schlechtere Wahl.
So gehst du jetzt vor
Erstelle eine Liste nach dem Vorratskalkulator, orientiert an den Mengen für Getreideprodukte, Gemüse, Obst, Milchprodukte, Eiweißquellen und Fette. Kaufe über mehrere Einkäufe verteilt haltbare Lebensmittel, die du ohnehin isst. Plane 20 Liter Wasser pro Person für 10 Tage ein und lagere es richtig. So bleiben die Kosten für den Notvorrat überschaubar, ohne dass du auf teure Fertigpakete zurückgreifen musst.
Quellen und weiterführende Informationen
Newsletter · Lagebericht
Gratis: der 10-Tage-Notfall-Check
Melde dich für den wöchentlichen Lagebericht an – als Dankeschön bekommst du nach der Bestätigung die Checkliste zum Abhaken (PDF). Ruhig erklärt, ohne Panikmache, jederzeit abbestellbar.
Allgemeine Information, kein Ersatz für individuelle Beratung durch Behörden, Rettungsdienste oder medizinisches Fachpersonal. Im Notfall: 112.