📌 Teil des Ratgebers: Notgepäck packen: Liste, Dokumente und Familienplan
Um Dein Haus winterfest zu machen, konzentrierst Du Dich auf Dach, Wege und Vorsorge: Du sicherst die Dachdeckung, kennst die Risiken durch Schneelast und Dachlawinen, bleibst bei Schnee und Eis vorsichtig und hältst Vorrat und Warnungen bereit. Diese Checkliste stützt sich auf Empfehlungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und führt Dich Schritt für Schritt durch die wichtigsten Punkte.
Ein Wintercheck ist keine große Aktion, sondern eine überschaubare Runde ums und im Haus. Vorbereitung bedeutet hier vor allem, Dinge früh zu klären, statt erst darüber nachzudenken, wenn es draußen schneit und glatt ist. Fange also an, bevor Winterwetter angekündigt wird. Dann hast Du Zeit, in Ruhe nachzufragen, Fachleute zu kontaktieren und Besorgungen zu erledigen.
Haus winterfest machen: die Checkliste im Überblick
Bevor es ins Detail geht, hier der Überblick. Du kannst die Liste ausdrucken oder auf dem Handy abhaken. Jeder Punkt wird in den folgenden Abschnitten erklärt.
- Dachdeckung mit Sturmhaken und ausreichender Vernagelung sichern
- Bei Flachdächern und weit gespannten Decken Vorkehrungen zur Lastverteilung beachten
- Gegen Dachlawinen Schneefanggitter in Betracht ziehen
- Von geneigten Dachflächen mit Schnee und Eis Abstand halten
- Bei Schnee und Eis Vorsicht walten lassen, um Stürze zu vermeiden
- Für die Heizungsanlage eine Notstromversorgung einplanen
- Lebensmittel und Getränke bevorraten
- Wetterwarnungen beachten und den Warnstatus beim Deutschen Wetterdienst prüfen
- Kinder über die Risiken beim Spielen mit Schnee und harten Schneebällen aufklären
Du musst nicht alles auf einmal erledigen. Gehe die Punkte nacheinander durch und hake sie ab. Wichtig ist, dass am Ende kein Punkt offen bleibt, der Dir bei Schnee und Glätte Probleme machen kann.
Zu Wasserleitungen und Außenarmaturen gibt dieser Beitrag bewusst keine Anleitung. Halte Dich dort an die Angaben der Hersteller und frage im Zweifel einen Installationsbetrieb, bevor Du selbst an Leitungen arbeitest.

Schneelast auf dem Dach: Was Du wissen solltest
Schnee ist schwer, und je länger es schneit, desto mehr Last liegt auf dem Dach. Das BBK weist darauf hin, dass Flachdächer und weit gespannte Decken bei Schneelast besonders gefährdet sind. Für solche Konstruktionen empfiehlt das BBK Vorkehrungen zur Lastverteilung.
Beim Thema Schneelast auf dem Dach gilt: Nimm die Hinweise ernst, und überlasse Einschätzungen, die Du nicht sicher treffen kannst, den Fachleuten. Wenn Dein Haus ein Flachdach oder große Spannweiten hat, solltest Du Dich vor dem Winter mit dem Thema Lastverteilung beschäftigen. Eine pauschale Antwort, was bei Deinem Gebäude nötig ist, lässt sich aus der Ferne nicht geben.
Dachlawinen und Eiszapfen
Schnee kann als Dachlawine abrutschen, und Eiszapfen können herabfallen. Als Schutz vor Dachlawinen empfiehlt das BBK Schneefanggitter. Behalte das im Blick, wenn unter Deinem Dach Wege, Eingänge oder Aufenthaltsbereiche liegen, die bei abrutschendem Schnee gefährdet sein könnten.
Wichtig für den Alltag: Halte Dich von geneigten Dachflächen fern, wenn Schnee oder Eis darauf liegt. Der Grund sind herabfallende Schneelawinen und Eiszapfen. Das gilt für Dich genauso wie für Kinder und Besuch. Ein kurzer Blick nach oben, bevor Du ein Gebäude betrittst oder verlässt, kostet nichts und schärft die Aufmerksamkeit.
Dachdeckung sichern
Zum Wintercheck gehört auch die Dachdeckung selbst. Das BBK empfiehlt, sie mit Sturmhaken und ausreichender Vernagelung zu sichern. Wenn Du nicht sicher bist, ob das bei Deinem Dach der Fall ist, frage einen Dachdecker. Mehr zum Verhalten bei Wind und Wetter findest Du im Beitrag Sturm und Unwetter: was zu tun ist.
Schnee nicht selbst vom Dach räumen
Es ist verlockend, bei viel Schnee selbst aufs Dach zu steigen. Doch wegen der Ausrutsch- und Einsturzgefahr sollst Du den Schnee nicht selbst vom Dach räumen. Bei lang anhaltendem Schneefall holst Du stattdessen professionelle Hilfe, also einen Dachdecker oder die Feuerwehr.
Das ist keine Schwäche, sondern der sichere Weg. Ein Sturz vom Dach oder ein Einbruch der Dachfläche ist ein Risiko, das Du mit etwas Geduld und einem Anruf vermeidest. Überlege Dir daher schon vor dem Winter, wen Du im Fall der Fälle ansprichst.

Glätte und Eis: Vorsicht draußen und am Haus
Schnee und Eis machen Wege rutschig. Das BBK mahnt bei Schnee und Eis zur Vorsicht, um Unfälle und Stürze zu vermeiden. Bei Verletzten wird der Notruf 112 gewählt. Dieser einfache Grundsatz gilt auf dem Weg zur Haustür genauso wie unterwegs.
Sicher bewegen bei Schnee und Eis
Rechne bei winterlichem Wetter damit, dass Flächen glatt sein können, auch wenn sie auf den ersten Blick harmlos aussehen. Geh langsam, plane mehr Zeit ein und vermeide unnötige Wege. Das passt zur Empfehlung des BBK, bei Warnungen vor starkem Schneefall und Glätte nach Möglichkeit zuhause zu bleiben.
Wenn du draußen unterwegs sein musst, hilft passende Kleidung gegen die Kälte. Wie Du Dich dabei sinnvoll anziehst, erfährst Du im Beitrag Das Zwiebelprinzip: richtig anziehen bei Kälte.
Vorsicht auf Eisflächen
Zugefrorene Seen und Teiche locken, sind aber riskant. Betritt Eisflächen nur, wenn sie freigegeben sind. Die Freigabe ist die Voraussetzung. Die Eisschicht muss außerdem mindestens 15 cm dick sein, doch die Dicke allein ersetzt die Freigabe nicht.
Geh nie allein aufs Eis. Wenn es knistert und knackt, verlasse es sofort. Gib diese Regeln auch an Kinder und Jugendliche in Deiner Familie weiter, damit sie wissen, worauf es ankommt.
Kinder und das Spielen mit Schnee
Schnee macht Kindern Spaß, doch auch hier gibt es Risiken. Das BBK empfiehlt, Kinder vor den Gefahren beim Spielen mit Schnee und harten Schneebällen zu warnen. Sprich in Ruhe mit ihnen darüber, ohne ihnen die Freude zu nehmen. Erkläre ihnen außerdem, dass sie sich von Dächern mit Schnee und Eiszapfen fernhalten sollen.
Heizung, Vorrat und Warnungen für kalte Tage
Ein winterfestes Haus bleibt auch bewohnbar, wenn es draußen ungemütlich wird. Dazu gehören ein Plan für den Strom, ein Vorrat und der Blick auf amtliche Warnungen. Alle drei Bausteine lassen sich mit überschaubarem Aufwand vorbereiten.
Notstrom für die Heizungsanlage einplanen
Das BBK empfiehlt, für die Heizungsanlage eine Notstromversorgung einzuplanen. Überlege, welche Teile Deiner Heizung Strom brauchen und was bei einem Ausfall passieren würde. Informiere Dich dann, welche Möglichkeiten es für Dein Haus gibt.
Wenn der Strom ausfällt, helfen klare erste Schritte. Wie Du in den ersten Stunden vorgehst, beschreibt unser Beitrag Stromausfall: die ersten 24 Stunden richtig handeln. Wie Du Deine Wohnung warm hältst, wenn die Heizung ausfällt, liest Du in Wohnung warm halten, wenn die Heizung ausfällt.
Lebensmittel und Getränke bevorraten
Zur Vorbereitung auf Wetterwarnungen rät das BBK, sich mit Lebensmitteln und Getränken zu bevorraten. Wenn Straßen glatt oder zugeschneit sind, kann der Einkauf schwerer werden. Ein gut gefüllter Vorrat nimmt Dir den Druck, bei schlechtem Wetter noch einmal losziehen zu müssen.
Wie Du einen Vorrat sinnvoll aufbaust, zeigt der Beitrag Lebensmittel mit langer Haltbarkeit. Prüfe außerdem, ob Du Getränke im Haus hast, die Du ohne Aufwand nutzen kannst.
Warnungen im Blick behalten
Das BBK empfiehlt, Wetterwarnungen vor starkem Schneefall und Glätte zu beachten und, wenn möglich, zuhause zu bleiben. Die Startseite des Deutschen Wetterdienstes verlinkt auf aktuelle amtliche Warnungen. Dort kannst Du den Warnstatus für Deine Region prüfen.
Mehr zu den Wegen, auf denen Warnungen Dich erreichen können, findest Du im Beitrag Warnung der Bevölkerung: NINA, Cell Broadcast, Sirenen. Ein regelmäßiger Blick auf den Warnstatus kostet wenig Zeit und hilft Dir, Wege und Pläne rechtzeitig anzupassen.
Häufige Fragen
Was gehört zum Haus winterfest machen?
Nach den BBK-Empfehlungen gehören dazu die gesicherte Dachdeckung, Vorkehrungen gegen Schneelast und Dachlawinen, Vorsicht bei Schnee und Eis, eine eingeplante Notstromversorgung für die Heizungsanlage sowie ein Vorrat an Lebensmitteln und Getränken.
Soll ich Schnee selbst vom Dach räumen?
Nein. Wegen der Ausrutsch- und Einsturzgefahr sollst Du den Schnee nicht selbst vom Dach räumen. Bei lang anhaltendem Schneefall holst Du professionelle Hilfe, also einen Dachdecker oder die Feuerwehr.
Wie schütze ich mich vor Dachlawinen?
Als Schutz vor Dachlawinen empfiehlt das BBK Schneefanggitter. Zusätzlich hältst Du Dich von geneigten Dachflächen fern, auf denen Schnee oder Eis liegt, weil Schneelawinen und Eiszapfen herabfallen können.
Was empfiehlt das BBK bei Kälte und Schneefall?
Das BBK rät, Wetterwarnungen zu beachten, wenn möglich zuhause zu bleiben und sich mit Lebensmitteln und Getränken zu bevorraten. Bei Schnee und Eis ist Vorsicht geboten. Bei Verletzten wählst Du den Notruf 112.
Darf ich auf zugefrorene Seen gehen?
Nur, wenn die Eisfläche freigegeben ist. Außerdem muss die Eisschicht mindestens 15 cm dick sein. Geh nie allein aufs Eis, und verlasse es sofort, wenn es knistert und knackt.
So gehst Du jetzt vor: Deine Handlungsschritte
Du musst nicht alles auf einmal erledigen. Mit dieser Reihenfolge behältst Du den Überblick.
- Kläre, ob Deine Dachdeckung mit Sturmhaken und ausreichender Vernagelung gesichert ist.
- Informiere Dich bei Flachdach oder weiter Spannweite über Vorkehrungen zur Lastverteilung.
- Überlege, ob Schneefanggitter gegen Dachlawinen für Dein Haus infrage kommen.
- Notiere Dir die Nummer eines Dachdeckers für den Fall von lang anhaltendem Schneefall.
- Sprich mit Kindern über Schnee, Schneebälle, Dächer mit Eiszapfen und Eisflächen.
- Plane eine Notstromversorgung für Deine Heizungsanlage ein.
- Kontrolliere Deinen Vorrat an Lebensmitteln und Getränken.
- Prüfe den Warnstatus für Deine Region auf der Startseite des Deutschen Wetterdienstes.
Wenn Du diese Punkte abgearbeitet hast, bist Du gut vorbereitet. Bleibe bei Schnee und Eis aufmerksam, halte Abstand von Dächern und höre auf die Wetterwarnungen. So gehst Du die kalte Jahreszeit mit einem ruhigen Plan an.
Quellen und weiterführende Informationen
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