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Kommunikation

Warnung der Bevölkerung: NINA, Cell Broadcast, Sirenen

Titelgrafik: Warnung der Bevölkerung: NINA, Cell Broadcast, Sirenen

Eine Warnung nützt nur, wenn sie dich erreicht – und wenn du weißt, was sie bedeutet. In Deutschland setzen Bund, Länder und Kommunen deshalb auf einen sogenannten Warnmittelmix: mehrere Kanäle gleichzeitig, damit möglichst viele Menschen erreicht werden, egal ob sie gerade schlafen, Auto fahren oder im Garten arbeiten. In diesem Artikel zeigen wir dir die wichtigsten Kanäle und was du heute schon tun kannst, damit eine Warnung bei dir ankommt.

Das Prinzip: Weckeffekt und Information

Man kann Warnmittel grob in zwei Gruppen teilen. Die einen sollen dich aufschrecken, also aufmerksam machen, dass etwas los ist – Sirenen und Cell Broadcast gehören dazu. Die anderen liefern die eigentlichen Informationen: Was ist passiert, wer ist betroffen, was sollst du tun? Das übernehmen Radio, Fernsehen, Warn-Apps, Internetseiten und Lautsprecherdurchsagen. Merk dir deshalb: Nach dem Weckruf kommt immer der zweite Schritt – Informationen holen.

Sirenen: zwei Signale, die du kennen solltest

Laut BBK gibt es bundesweit zwei einheitliche Sirenensignale:

  • Warnung: ein einminütiger, auf- und abschwellender Heulton.
  • Entwarnung: ein einminütiger, gleichbleibender Dauerton.

Hörst du den auf- und abschwellenden Ton, heißt das: Gefahr. Geh in ein Gebäude, schalte das Radio ein oder schau in deine Warn-App und folge den Hinweisen der Behörden. Ruf nicht bei der 112 an, nur um nachzufragen, was los ist – die Leitungen werden für echte Notfälle gebraucht.

Gut zu wissen: Nicht jede Gemeinde hat ein flächendeckendes Sirenennetz, und manche Kommunen nutzen zusätzliche, eigene Signale, etwa zur Alarmierung der Feuerwehr. Frag bei deiner Stadt- oder Gemeindeverwaltung nach, welche Signale bei dir verwendet werden.

Hand hält Smartphone mit Warnmeldung am Küchentisch, Thema Cell Broadcast Warnung
Cell Broadcast erreicht Handys automatisch, ganz ohne App oder Anmeldung.

Cell Broadcast: die Warnung direkt aufs Handy

Seit 2023 nutzt Deutschland Cell Broadcast. Dabei schicken die Mobilfunkanbieter eine Warnnachricht an alle eingeschalteten Handys, die sich gerade in den Funkzellen des betroffenen Gebiets befinden. Du brauchst dafür weder eine App noch eine Internetverbindung, und du musst dich nirgends anmelden. Die Nachricht erscheint oft mit einem lauten, ungewohnten Warnton – auch wenn dein Handy auf lautlos steht, je nach Warnstufe und Gerät.

Das BBK nennt drei Warnstufen. Die höchste Stufe lässt sich nicht abschalten, die mittlere und die niedrige kannst du je nach Gerät in den Einstellungen unterdrücken. Unser Rat: Lass alle Stufen aktiv. Seit Ende 2025 werden über Cell Broadcast außerdem Entwarnungen verschickt.

Damit Cell Broadcast bei dir funktioniert, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Dein Handy ist eingeschaltet, geladen und nicht im Flugmodus.
  • Du hast Netzempfang.
  • Das Betriebssystem ist aktuell genug – laut BBK mindestens Android 11 oder iOS 16.1.
  • In den Einstellungen sind die Notfallbenachrichtigungen aktiviert. Wo genau, hängt vom Hersteller ab; such in den Einstellungen nach „Notfallbenachrichtigungen“ oder „Notfallwarnungen“.

Die Warn-App NINA

NINA ist die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes. Sie bündelt Warnungen des Bevölkerungsschutzes, Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen. Der große Vorteil gegenüber Cell Broadcast: NINA liefert ausführlichere Texte, Karten und Verhaltenshinweise, und du kannst Orte abonnieren.

So richtest du NINA sinnvoll ein:

  1. Meine Orte: Lege deinen Wohnort fest, außerdem den Arbeitsort, die Schule der Kinder oder den Wohnort deiner Eltern. So bekommst du auch Warnungen für Orte, an denen du gerade nicht bist.
  2. Aktueller Standort: Aktiviere die standortbezogene Warnung, damit du unterwegs gewarnt wirst.
  3. Benachrichtigungen erlauben: Prüfe, ob die App Push-Nachrichten senden darf und nicht durch Energiesparfunktionen ausgebremst wird.
  4. Notfalltipps lesen: Die App enthält Handlungsempfehlungen für verschiedene Notlagen. Lies sie in Ruhe, solange nichts los ist.

Beachte: NINA braucht für Push-Nachrichten eine Datenverbindung. Fällt das Netz aus, kommt auch die App-Warnung nicht mehr an. Deshalb ist sie ein Baustein, kein Ersatz für alles andere.

Radio, Fernsehen und Lautsprecher

Bei größeren Lagen geben die Behörden Gefahrendurchsagen an Radio- und Fernsehsender weiter, die ihr Programm dafür unterbrechen. Ein Radio mit Kurbel oder Batterie ist deshalb dein wichtigster Informationskanal, wenn Strom und Mobilfunk ausfallen. In manchen Situationen fahren Feuerwehr oder Polizei auch mit Lautsprecherfahrzeugen durch die Straßen. Wenn du so eine Durchsage hörst: Fenster auf, genau zuhören, Wichtiges notieren.

Der bundesweite Warntag

Einmal im Jahr, am zweiten Donnerstag im September, testen Bund und Länder ihre Warnkanäle gemeinsam. Um 11 Uhr wird eine Probewarnung ausgelöst, später folgt die Entwarnung. Nutze diesen Tag als festen Termin: Kam die Warnung auf deinem Handy an? Hast du die Sirene gehört? Funktioniert dein Radio noch? Wo es hakt, kannst du nachbessern.

Batterieradio und Taschenlampe auf Ablagetisch, Vorbereitung für Warnung der Bevölkerung
Ein batteriebetriebenes Radio sichert Informationen auch bei Stromausfall.

Was du jetzt erledigen kannst

Nimm dir zehn Minuten: Prüfe die Notfallbenachrichtigungen auf deinem Handy und auf denen deiner Familie, installiere NINA, abonniere deine wichtigsten Orte und frag bei älteren Angehörigen nach, ob sie gewarnt würden. Gerade Menschen ohne Smartphone sind auf Sirene, Radio und Nachbarn angewiesen – vielleicht bist du dann derjenige, der klingelt.

Kurz gesagt: Auf- und abschwellender Heulton heißt Warnung, Dauerton heißt Entwarnung – danach immer Informationen über Radio oder App holen. Lass die Cell-Broadcast-Warnungen auf deinem Handy aktiviert und richte NINA mit deinen wichtigen Orten ein. Nutze den Warntag im September als jährlichen Test.

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