Kennst du die Handynummer deines Partners, deiner Eltern oder der Schule deiner Kinder auswendig? Die meisten von uns nicht mehr. Im Alltag ist das kein Problem, das Telefon erinnert sich für uns. Aber was, wenn der Akku leer ist, das Handy kaputt oder verloren – oder das Netz überlastet? Dann stehst du ohne die wichtigsten Nummern da. Eine Notfall-Kontaktliste und ein abgesprochener Familientreffpunkt gehören zu den einfachsten und günstigsten Vorsorgemaßnahmen überhaupt. Sie kosten dich einen Nachmittag und etwas Papier.
Warum Papier?
Das BBK rät ausdrücklich, wichtige Kontakte ausgedruckt oder handschriftlich festzuhalten. Papier braucht keinen Strom, kein Passwort und kein Netz. Es lässt sich kopieren, verteilen und in jede Tasche stecken. In der Grundausbildung haben wir jedem eingeschärft: Was im Ernstfall funktionieren muss, sollte möglichst einfach sein. Ein Zettel ist einfach.

Was auf die Kontaktliste gehört
Halte die Liste übersichtlich und aktuell. Bewährt hat sich diese Gliederung:
- Familie im Haushalt: Namen, Handynummern, Arbeitsstelle mit Telefonnummer.
- Kontaktperson außerhalb: eine Vertrauensperson, die weiter weg wohnt, zum Beispiel in einer anderen Region. Bei einer örtlichen Lage ist sie oft besser erreichbar als jemand vor Ort und kann als Nachrichtenzentrale dienen.
- Nachbarn und Freunde in der Nähe: wer im Notfall den Schlüssel hat, nach den Kindern oder Haustieren schauen kann.
- Kita, Schule, Pflegedienst: Telefonnummern und Adressen, dazu, wer die Kinder dort abholen darf.
- Ärztinnen und Ärzte, Apotheke: Hausarztpraxis, Fachärzte, Tierarztpraxis.
- Versicherungen und Vermieter: Hausrat, Wohngebäude, Hausverwaltung.
- Wichtige Nummern: Notruf 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst), Polizei 110, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117, Giftnotruf deines Bundeslands.
Schreib außerdem die Adressen der Treffpunkte auf, die ihr gleich festlegt.
Wo die Liste hingehört
Eine Liste ist gut, mehrere Kopien sind besser:
- eine Kopie in die Dokumentenmappe,
- eine in den Fluchtrucksack,
- eine für jedes Familienmitglied ins Portemonnaie oder in die Schultasche, gern im Scheckkartenformat und laminiert,
- eine an einem festen Platz in der Wohnung, zum Beispiel innen an der Tür des Vorratsschranks.
Zusätzlich lohnt sich ein Eintrag im Smartphone: Sowohl iPhone als auch Android bieten Notfallinformationen an, die auch vom Sperrbildschirm aus abrufbar sind. So können Helfer im Ernstfall deine Notfallkontakte sehen. Das ersetzt das Papier aber nicht.
Der Familientreffpunkt
Stell dir vor, eine Lage tritt am Vormittag ein. Du bist bei der Arbeit, dein Partner unterwegs, die Kinder in der Schule. Telefonieren klappt nicht. Wo trefft ihr euch? Wenn ihr das vorher geklärt habt, muss niemand lange überlegen oder sich gegenseitig suchen.
Legt am besten zwei Treffpunkte fest:
- In der Nähe der Wohnung: für den Fall, dass ihr das Haus schnell verlassen müsst, etwa bei einem Brand. Das kann eine markante Stelle sein, zum Beispiel die Straßenlaterne an der Ecke oder der Briefkasten gegenüber.
- Außerhalb des Viertels: für den Fall, dass ihr nicht nach Hause könnt, weil das Gebiet gesperrt oder evakuiert ist. Das kann die Wohnung von Verwandten, ein Gemeindehaus oder ein anderer gut erreichbarer Ort sein.
Sprecht auch ab, wie lange gewartet wird und was passiert, wenn jemand nicht kommt. Eine einfache Regel hilft: Wer zuerst da ist, wartet und hinterlässt bei Bedarf eine Nachricht an einer vereinbarten Stelle.

Kommunikation, wenn das Netz klemmt
Wenn viele Menschen gleichzeitig telefonieren wollen, ist das Mobilfunknetz schnell überlastet. Ein paar Grundregeln helfen:
- Fasse dich kurz und telefoniere nur, wenn es wirklich nötig ist.
- Kurze Textnachrichten kommen oft eher durch als Anrufe, weil sie weniger Netzkapazität brauchen.
- Meldet euch zuerst bei der vereinbarten Kontaktperson außerhalb. Sie sammelt die Infos und gibt sie weiter.
- Halte den Akku geschont, zum Beispiel mit Energiesparmodus und gedimmtem Display, und hab eine geladene Powerbank griffbereit.
Funktioniert der Notruf nicht, empfiehlt das BBK, sich direkt an eine Polizeiwache oder ein Krankenhaus zu wenden.
Plan besprechen und üben
Ein Plan, den nur einer kennt, hilft wenig. Setzt euch einmal zusammen, geht die Liste durch und lauft die Treffpunkte gemeinsam ab, gerade mit Kindern. Macht daraus einen kleinen Spaziergang statt einer Übung mit erhobenem Zeigefinger. Kinder merken sich Orte, an denen sie selbst waren, viel besser als eine Beschreibung.
Überprüft die Liste mindestens einmal im Jahr. Nummern ändern sich, Kinder wechseln die Schule, Freunde ziehen um. Ein guter fester Termin dafür ist der bundesweite Warntag im September oder der Tag, an dem du ohnehin deinen Vorrat kontrollierst.
Kurz gesagt: Schreib die wichtigsten Kontakte auf Papier und verteile Kopien an jedes Familienmitglied. Legt einen Treffpunkt nahe der Wohnung und einen außerhalb des Viertels fest. Bestimmt eine Kontaktperson außerhalb der Region, bei der alle Informationen zusammenlaufen.
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