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Kommunikation

PMR- und Freenet-Funkgeräte für den Notfall

Wenn das Mobilfunknetz ausfällt oder überlastet ist, wird es plötzlich schwierig, sich mit Menschen in der Nähe abzustimmen: mit dem Partner, der beim Nachbarn hilft, mit den Kindern im Garten oder mit der Familie zwei Straßen weiter. Genau hier können einfache Handfunkgeräte helfen. In Deutschland darfst du dafür zwei Funkdienste ohne Lizenz, ohne Anmeldung und ohne Gebühren nutzen: PMR446 und Freenet. Wir erklären dir, was die beiden können, wo ihre Grenzen liegen und wie du sie sinnvoll einsetzt.

Warum Funk im Notfall nützlich ist

Funkgeräte kommunizieren direkt miteinander, von Gerät zu Gerät. Sie brauchen keinen Sendemast, kein Netz und keinen Vertrag. Solange die Akkus geladen sind und die Entfernung passt, funktionieren sie. Das macht sie zu einer sinnvollen Ergänzung, wenn du dich auf kurze Distanz abstimmen musst – etwa in einem Mehrfamilienhaus, auf einem Campingplatz, in einer Kleingartenanlage oder in der Nachbarschaft.

In der Grundausbildung lernt jeder Rekrut zuerst die Funkdisziplin: kurz sprechen, klar sprechen, zuhören. Das gilt auch im zivilen Alltag und spart obendrein Akku.

PMR446: der europäische Jedermannfunk

PMR446 nutzt Frequenzen um 446 MHz und ist in Deutschland und vielen europäischen Ländern ohne Anmeldung erlaubt. Die Bundesnetzagentur hat die Nutzung in einer Allgemeinzuteilung geregelt. Die wichtigsten Punkte:

  • Die maximale Sendeleistung beträgt 500 mW (ERP).
  • Es dürfen nur Geräte mit fest eingebauter Antenne verwendet werden.
  • Die Geräte sind für den direkten Betrieb von Gerät zu Gerät gedacht, nicht als Relaisstation oder Teil eines festen Netzes.
  • Es gibt keinen Schutz vor Störungen: Alle teilen sich die Kanäle, und du musst mit anderen Nutzern rechnen.

Für analoge PMR446-Geräte stehen 16 Kanäle zur Verfügung. Ältere Geräte kennen oft nur die ersten acht. Wenn du Geräte verschiedener Hersteller mischst, achte darauf, dass alle denselben Kanal und dieselben Einstellungen verwenden.

Freenet: die deutsche Alternative um 149 MHz

Freenet ist ein rein deutscher Funkdienst im Bereich um 149 MHz und ebenfalls anmelde- und gebührenfrei. Die Bundesnetzagentur hat die Regeln dafür 2025 neu gefasst. Seitdem ist der Betrieb ausdrücklich auf Handsprechfunkgeräte für Sprachverbindungen beschränkt, also auf tragbare Geräte mit eigener Stromversorgung, die eine Person in einer Hand bedienen kann. Fest installierte Stationen, Fahrzeuggeräte und die Weiterleitung ins Internet über sogenannte Gateways sind nicht erlaubt.

Freenet-Geräte sind seltener im Handel als PMR-Geräte und funktionieren nur in Deutschland. Achte beim Kauf darauf, dass das Gerät für Freenet zugelassen ist. Für die meisten Haushalte ist PMR446 die einfachere Wahl, weil die Auswahl größer ist und die Geräte auch im europäischen Ausland genutzt werden dürfen.

Realistische Reichweite

Auf der Verpackung stehen oft beeindruckende Reichweiten von zehn Kilometern oder mehr. Diese Werte gelten nur unter Idealbedingungen, etwa von Berg zu Berg mit freier Sicht. In der Praxis bremsen Gebäude, Stahlbeton, Bäume und Geländeformen das Signal stark aus. In einer bebauten Gegend solltest du eher mit einigen Hundert Metern bis wenigen Kilometern rechnen. Teste die Reichweite deshalb selbst, und zwar dort, wo du die Geräte nutzen willst: vom Keller in die Wohnung, von deiner Wohnung zu der deiner Eltern, vom Haus zum Treffpunkt.

Was Funkgeräte nicht können

  • Sie ersetzen keinen Notruf. Über PMR oder Freenet erreichst du weder Feuerwehr noch Rettungsdienst. Im Notfall gilt weiterhin die 112, und wenn sie nicht funktioniert, die nächste Polizeiwache oder ein Krankenhaus.
  • Sie sind nicht abhörsicher. Jeder mit einem passenden Gerät kann mithören. Sogenannte Privatcodes (CTCSS oder DCS) filtern nur, was du hörst – sie verschlüsseln nichts. Sag über Funk also nichts, was nicht jeder wissen darf, etwa wann deine Wohnung leer steht.
  • Sie haben keine große Reichweite. Für die Verbindung in eine andere Stadt sind sie nicht gemacht.

Wer mehr Reichweite will, landet beim Amateurfunk. Dafür brauchst du aber eine Prüfung und ein Rufzeichen von der Bundesnetzagentur. Das ist ein spannendes Hobby, aber ein eigenes Thema.

So setzt du Funkgeräte sinnvoll ein

  1. Kanal festlegen: Vereinbart einen Hauptkanal und einen Ausweichkanal. Schreibt beide auf eure Notfall-Kontaktliste.
  2. Zeiten verabreden: Wer nicht ständig empfangen will, vereinbart feste Funkzeiten, zum Beispiel immer zur vollen Stunde für fünf Minuten. Das spart Akku.
  3. Energie sichern: Bevorzuge Geräte, die auch mit normalen AA- oder AAA-Zellen laufen. So kannst du auf deinen Batterievorrat zurückgreifen, wenn der Akku leer ist.
  4. Üben: Probiert die Geräte im Alltag aus, etwa beim Wandern oder Camping. Wer die Bedienung kennt, macht im Stress weniger Fehler.
  5. Kinder einbeziehen: Kinder lieben Funkgeräte. Nutz das, um spielerisch die Regeln zu üben: erst die Taste drücken, dann sprechen, am Ende „Over“ oder „Ende“ sagen.

Unsere Ausrüstungs-Empfehlungen

Bewährte Marken der Mittel- bis Oberklasse. Links folgen in Kürze; mit * gekennzeichnete Links werden Werbelinks sein.

  • Midland G7 ProRobustes PMR446-Funkgerät, das neben dem Akku auch mit AA-Batterien betrieben werden kann.Zum Produkt*
  • Motorola Talkabout T82 ExtremeWetterfestes PMR446-Gerät mit gut bedienbaren Tasten, geeignet für Outdoor und Notfall.Zum Produkt*
  • Panasonic Eneloop AA (8er-Pack)Selbstentladungsarme Akkus als Energiereserve für Funkgeräte mit Batteriefach.Zum Produkt*

Kurz gesagt: PMR446- und Freenet-Geräte sind in Deutschland anmeldefrei und halten dich auf kurze Distanz in Kontakt, wenn das Handynetz streikt. Rechne mit realistischen Reichweiten von einigen Hundert Metern bis wenigen Kilometern und teste sie vor Ort. Funk ist nicht verschlüsselt und ersetzt nie den Notruf 112.

Allgemeine Information, kein Ersatz für individuelle Beratung durch Behörden, Rettungsdienste oder medizinisches Fachpersonal. Im Notfall: 112.

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