Viele wollen vorsorgen, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen – und schieben es deshalb vor sich her. Dabei funktioniert Vorsorge am besten so, wie man auch in der Grundausbildung Fähigkeiten aufbaut: in kleinen, klaren Schritten, jeden Tag ein bisschen. Dieser Plan verteilt die wichtigsten Aufgaben auf 30 Tage. Die meisten dauern 15 bis 30 Minuten. Du musst nichts auf einmal kaufen, und du kannst jederzeit pausieren. Wichtig ist nur: Fang an.
Woche 1: Überblick und Information
- Tag 1 – Bestandsaufnahme: Geh durch Küche, Bad und Keller. Was hast du schon an Wasser, Lebensmitteln, Lampen, Batterien, Medikamenten? Notiere es.
- Tag 2 – Haushalt erfassen: Wie viele Personen, Kinder, Haustiere? Wer braucht Medikamente oder Hilfsmittel? Gibt es Allergien?
- Tag 3 – Warnungen empfangen: Installiere die Warn-App NINA auf allen Smartphones im Haushalt, aktiviere Benachrichtigungen und hinterlege deinen Wohnort.
- Tag 4 – Sich informieren: Lies den Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ des BBK oder lade die Checklisten herunter.
- Tag 5 – Risiken in deiner Region: Liegst du in einem Hochwassergebiet? Gibt es Industrieanlagen in der Nähe? Häufig Sturm oder Starkregen? Daraus ergeben sich deine Schwerpunkte.
- Tag 6 – Rauchmelder prüfen: Testknopf drücken, Batterien kontrollieren.
- Tag 7 – Ruhetag: Lass das Gelernte sacken. Sprich mit deiner Familie oder Mitbewohnern über den Plan.
Woche 2: Wasser und Lebensmittel
- Tag 8 – Bedarf berechnen: Das BBK empfiehlt einen Vorrat für möglichst zehn Tage, mindestens 1,5 Liter Trinkflüssigkeit pro Person und Tag plus etwa 0,5 Liter zum Kochen. Für eine Person und zehn Tage sind das rund 20 Liter. Der Vorratskalkulator auf ernaehrungsvorsorge.de hilft beim Rechnen.
- Tag 9 – Wasser kaufen: Starte mit einem Vorrat für drei Tage. Lagere ihn dunkel und kühl.
- Tag 10 – Lebensmittel planen: Schreibe eine Liste mit Dingen, die ihr ohnehin gern esst und die lange haltbar sind – möglichst auch ohne Kochen essbar.
- Tag 11 – Erster Großeinkauf: Einen Teil der Liste besorgen. Keine Hamsterkäufe, sondern gezielt und Schritt für Schritt.
- Tag 12 – Lagerplatz einrichten: Regal oder Schrank freiräumen, Vorräte nach Haltbarkeit sortieren – älteste nach vorn.
- Tag 13 – Kochen ohne Strom: Überlege, wie du ohne Herd an warmes Essen kommst. Wichtig: Grills, Gasheizer und Campingkocher ohne Abgasführung gehören nicht in geschlossene Räume – Lebensgefahr durch Kohlenmonoxid. Plane notfalls mit kalten Mahlzeiten.
- Tag 14 – Haustiere: Futter, Wasser und eventuell Medikamente für die Tiere ergänzen.
Woche 3: Licht, Energie, Information, Gesundheit
- Tag 15 – Licht: Taschenlampe oder Stirnlampe für jede Person, dazu Ersatzbatterien. Kerzen nur unter Aufsicht.
- Tag 16 – Radio: Ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio besorgen und Sender deiner Region heraussuchen.
- Tag 17 – Strom für Kommunikation: Powerbank laden und einen festen Platz dafür bestimmen. Prüfe, ob eine Powerstation für dich sinnvoll ist.
- Tag 18 – Wärme: Decken, Schlafsäcke und warme Kleidung griffbereit legen, falls die Heizung ausfällt.
- Tag 19 – Hausapotheke: Bestand prüfen, Abgelaufenes in der Apotheke nachfragen, wie es zu entsorgen ist. Persönliche Dauermedikamente und Reserven mit Ärztin, Arzt oder Apotheke besprechen.
- Tag 20 – Hygiene: Toilettenpapier, Seife, Desinfektionsmittel, feste Müllbeutel für eine Notfalltoilette.
- Tag 21 – Bargeld: Eine kleine Reserve in kleinen Scheinen anlegen. Bei Stromausfall funktionieren auch Geldautomaten nicht.
Woche 4: Notgepäck, Absprachen, Übung
- Tag 22 – Dokumentenmappe: Wichtige Unterlagen nach BBK-Empfehlung sammeln – teils im Original, teils als Kopie – und zusätzlich digital sichern.
- Tag 23 – Notgepäck packen: Pro Person ein Rucksack mit Medikamenten, Erste-Hilfe-Material, Radio, Lampe, Verpflegung für zwei Tage, Wasserflasche, Wechselkleidung, Hygieneartikeln, Schlafsack oder Decke und Dokumentenmappe.
- Tag 24 – Kontaktliste: Wichtige Nummern auf Papier ausdrucken – für jede Tasche und neben das Telefon.
- Tag 25 – Treffpunkte: Einen Treffpunkt in Wohnungsnähe und einen außerhalb festlegen. Abholregeln für Kinder klären.
- Tag 26 – Nachbarschaft: Stell dich deinen Nachbarn vor, tauscht Nummern aus. Wer braucht Hilfe? Wer kann helfen?
- Tag 27 – Erste Hilfe: Melde dich für einen Erste-Hilfe-Kurs an, zum Beispiel bei DRK, Johannitern, Maltesern oder ASB, falls dein letzter länger zurückliegt.
- Tag 28 – Hauptschalter finden: Wo sind Sicherungskasten, Hauptwasserhahn und, falls vorhanden, der Gasabsperrhahn? Alle Erwachsenen im Haushalt sollten es wissen.
- Tag 29 – Probelauf: Ein Abend ohne Strom: Licht aus, Radio an, Essen aus dem Vorrat. Notiere, was fehlt oder umständlich war.
- Tag 30 – Rückblick und Kalender: Lücken auf die Einkaufsliste setzen. Trage dir feste Termine ein, etwa zweimal im Jahr, um Vorräte, Batterien und Notgepäck zu prüfen.
Was nach den 30 Tagen kommt
Vorsorge ist kein Zustand, sondern eine Routine. Verbrauche und ersetze Vorräte regelmäßig nach dem Prinzip „lebender Vorrat“. Baue nach und nach aus, was dir beim Probelauf gefehlt hat. Aus Erfahrung können wir sagen: Ausrüstung, die nie kontrolliert wird, ist im Ernstfall oft nicht einsatzbereit. Ein fester Termin im Kalender verhindert das.
Und ganz wichtig: Lass dich nicht von Perfektion lähmen. Wer heute drei Tage abgedeckt hat, ist besser vorbereitet als die meisten. Jeder Schritt zählt.
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Kurz gesagt: Kleine tägliche Schritte machen Vorsorge machbar – in vier Wochen von der Bestandsaufnahme bis zum Probelauf. Beginne mit Information, Wasser und Lebensmitteln, dann Licht, Energie und Gesundheit, zuletzt Notgepäck und Absprachen. Danach regelmäßig prüfen und ergänzen.
Quellen und weiterführende Informationen
Allgemeine Information, kein Ersatz für individuelle Beratung durch Behörden, Rettungsdienste oder medizinisches Fachpersonal. Im Notfall: 112.