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Bargeldreserve für den Notfall: wie viel, wie und wo

Wir bezahlen heute fast überall mit Karte oder Smartphone. Das ist bequem – solange Strom, Netz und Zahlungssysteme laufen. Bei einem längeren Stromausfall, einer großflächigen IT-Störung oder einem Ausfall des Mobilfunks funktioniert das plötzlich nicht mehr. Das BBK weist ausdrücklich darauf hin, Bargeld zur Verfügung zu haben, weil bei Stromausfall auch die Geldautomaten nicht mehr funktionieren. Eine kleine Bargeldreserve ist deshalb ein einfacher, aber wirkungsvoller Baustein deiner Vorsorge.

Warum Bargeld in der Krise hilft

  • Unabhängig von Technik: Ein Geldschein braucht weder Strom noch Netz.
  • Einkaufen bleibt möglich: Manche Geschäfte können bei Störungen mit Notstrom oder per Hand weiter verkaufen – dann oft nur gegen Bargeld.
  • Ruhe bewahren: Wer weiß, dass er für ein paar Tage zahlungsfähig ist, muss nicht als Erster in der Schlange vor dem Automaten stehen.

Die Europäische Zentralbank hat 2025 in einer Untersuchung über mehrere Krisen hinweg beschrieben, dass Bargeld in solchen Situationen eine wichtige Rolle als Rückfallebene spielt und die Nachfrage danach in Krisen jeweils deutlich ansteigt.

Wie viel Bargeld ist sinnvoll?

Für Deutschland gibt es von Behörden keine feste Summe. Als Orientierung können Empfehlungen aus Nachbarländern dienen: Die niederländische Zentralbank (De Nederlandsche Bank) empfiehlt für die ersten 72 Stunden etwa 70 Euro pro Erwachsenem und 30 Euro pro Kind. In anderen europäischen Ländern bewegen sich die genannten Beträge in einer ähnlichen Größenordnung.

Wir empfehlen, die Summe an deinem Haushalt auszurichten: Was gibst du für Lebensmittel, Medikamente, Tierfutter und eventuell Tanken in einigen Tagen aus? Daraus ergibt sich ein realistischer Betrag. Mehr ist nicht unbedingt besser – denn Bargeld zu Hause bringt auch Risiken mit sich (siehe unten).

Die richtige Stückelung

In einer Krise hat kaum jemand Wechselgeld. Mit einem 100-Euro-Schein ein Brot zu bezahlen, wird dann schwierig. Halte deine Reserve deshalb überwiegend in kleinen Scheinen (5, 10 und 20 Euro) und etwas Münzgeld vor. Münzen können auch für Automaten, Einkaufswagen oder Parkuhren nützlich sein.

Sicher aufbewahren

Bargeld zu Hause ist kein Risiko, wenn du ein paar Grundregeln beachtest:

  • Nicht an typischen Stellen: Unter der Matratze, im Sockenfach oder in der Keksdose sucht jeder zuerst.
  • Aufteilen: Einen kleinen Teil im Notgepäck, einen Teil zu Hause an einer unauffälligen Stelle. So verlierst du nicht alles auf einmal.
  • Schutz vor Feuchtigkeit: Scheine in einem wasserdichten Beutel oder einer Dokumentenhülle aufbewahren.
  • Diskretion: Erzähl nicht herum, dass und wo du Bargeld lagerst.
  • Familie informieren: Die Menschen in deinem Haushalt, die im Notfall darauf zugreifen sollen, müssen wissen, wo es liegt.

Was ist mit der Versicherung?

Die Hausratversicherung ersetzt Bargeld nach einem Einbruch in der Regel nur begrenzt. Laut Gesamtverband der Versicherer liegen die Grenzen häufig bei 1.000 bis 2.000 Euro; höhere Beträge sind meist nur mit geeignetem Tresor und gesonderter Vereinbarung abgesichert. Prüfe deine eigene Police – die Bedingungen unterscheiden sich.

Bargeld gehört in den Alltag – nicht nur in die Notfallkiste

Eine Reserve nützt nur, wenn sie da ist, wenn du sie brauchst. Typischer Fehler: Man legt Geld zurück und „leiht“ es sich dann für den Wochenendeinkauf oder ein Geschenk. Mach es dir zur Regel, die Reserve sofort wieder aufzufüllen, wenn du etwas entnommen hast. Ein fester Termin im Kalender, etwa zusammen mit dem Check deiner Vorräte, hilft dabei.

Aus der Ausbildung kennen wir das Prinzip: Ausrüstung, die nicht kontrolliert wird, ist im Ernstfall nicht da. Das gilt für die Taschenlampe genauso wie für den Umschlag mit Bargeld.

Bargeld schrittweise aufbauen

Du musst den Betrag nicht auf einen Schlag zurücklegen. Heb zum Beispiel bei jedem Einkauf mit Karte ein paar Euro zusätzlich ab, wo das möglich ist, oder leg Wechselgeld und kleine Scheine aus dem Portemonnaie regelmäßig in den Umschlag. So wächst die Reserve nebenbei, ohne das Haushaltsbudget spürbar zu belasten. Viele finden es hilfreich, die Summe aufzuschreiben und mit einem Datum zu versehen. Dann weißt du beim nächsten Vorrats-Check sofort, ob alles vollständig ist.

Ergänzende Tipps

  • Bargeld im Notgepäck: Ein kleiner Betrag gehört in den Fluchtrucksack, zusammen mit der Dokumentenmappe.
  • Bargeld im Auto: Ein paar Scheine im Handschuhfach können bei einer Panne oder an einer Tankstelle mit Kartenausfall helfen.
  • Konto-Notfallnummern: Notiere die Sperrnummer für Karten (in Deutschland der Sperr-Notruf 116 116) und die Kontaktdaten deiner Bank auf Papier.
  • Zugang ohne Smartphone: Wenn du nur mit dem Handy bezahlst, hab zusätzlich eine physische Karte dabei.

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Kurz gesagt: Bei Stromausfall funktionieren weder Kartenzahlung noch Geldautomat – eine Bargeldreserve hält dich zahlungsfähig. Als Orientierung für die ersten drei Tage dienen etwa 70 Euro pro Erwachsenem und 30 Euro pro Kind in kleinen Scheinen, angepasst an deinen Haushalt. Bewahre sie verteilt, trocken und diskret auf und fülle sie nach jeder Entnahme sofort wieder auf.

Allgemeine Information, kein Ersatz für individuelle Beratung durch Behörden, Rettungsdienste oder medizinisches Fachpersonal. Im Notfall: 112.

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