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LAGEBEREITVorbereitet statt panisch Gratis-Checkliste
Licht & Strom

Stromausfall: die ersten 24 Stunden richtig handeln

Die meisten Stromausfälle in Deutschland sind nach wenigen Minuten oder Stunden vorbei. Trotzdem lohnt es sich, einen klaren Plan im Kopf zu haben. Denn die ersten Minuten entscheiden darüber, ob du hektisch nach Kerzen suchst oder ruhig und strukturiert vorgehst. Aus der Ausbildung kennen wir den Grundsatz: Erst die Lage feststellen, dann handeln. Genau so gehst du auch hier vor.

Die ersten 15 Minuten: Lage klären

  1. Licht machen: Taschenlampe oder Stirnlampe griffbereit? Sie sollte an einem festen Platz liegen, den jeder im Haushalt kennt – idealerweise auch im Dunkeln zu finden.
  2. Ursache eingrenzen: Ist nur deine Wohnung dunkel? Dann schau in den Sicherungskasten, ob eine Sicherung oder der FI-Schalter ausgelöst hat. Ist das ganze Haus oder die Straße betroffen, liegt der Fehler im Netz.
  3. Melden: Störungen meldest du beim örtlichen Netzbetreiber, nicht bei deinem Stromanbieter, wie die Verbraucherzentrale erklärt. Die Nummer steht meist auf dem Zählerkasten oder der Stromrechnung – notiere sie dir vorab auf Papier.
  4. Informieren: Ein batteriebetriebenes Radio oder Kurbelradio empfängt Durchsagen der Behörden. Wenn das Mobilfunknetz noch läuft, informieren auch die Warn-App NINA und regionale Störungsseiten.

Die erste Stunde: Haushalt sichern

  • Geräte ausschalten: Schalte empfindliche Geräte wie Computer und Fernseher aus und ziehe den Stecker, um sie vor Spannungsspitzen bei der Rückkehr des Stroms zu schützen.
  • Herd und Bügeleisen: Schalte alles aus, was beim Wiedereinschalten unbeaufsichtigt heiß werden könnte. Lass dafür eine einzelne Lampe eingeschaltet – so merkst du, wenn der Strom zurück ist.
  • Kühlschrank und Gefriertruhe geschlossen halten: Jedes Öffnen lässt Kälte entweichen. Ein voller Gefrierschrank hält die Kälte länger als ein halb leerer. Wie lange dein Gerät durchhält, steht oft in der Bedienungsanleitung als Lagerzeit bei Störung.
  • Mitmenschen im Blick: Gibt es im Haus ältere Menschen, Menschen mit medizinischen Geräten oder Familien mit Babys? Ein kurzes Klopfen an der Tür kann viel bewirken.

Wer zu Hause auf strombetriebene medizinische Geräte angewiesen ist, sollte schon vorab mit Ärztin, Arzt oder Pflegedienst besprechen, was bei einem Stromausfall zu tun ist.

Die ersten Stunden: Energie sparen

Dein Smartphone ist jetzt Informationsquelle, Taschenlampe und Notfalltelefon zugleich. Behandle den Akku entsprechend:

  • Energiesparmodus aktivieren und Bildschirmhelligkeit senken.
  • Nicht nötige Apps schließen, kein Streaming, keine langen Videos.
  • Powerbank nutzen, aber gezielt: lieber das Handy zwischendurch nachladen, als es leerlaufen zu lassen.
  • Telefonate kurz halten. Wenn viele Menschen gleichzeitig telefonieren, kommen kurze Textnachrichten oft besser durch.

Bei längeren Ausfällen kann auch das Mobilfunknetz nach einiger Zeit ausfallen, weil die Notstromversorgung der Sendemasten begrenzt ist. Ein Radio mit Batterie oder Kurbel ist deshalb unverzichtbar.

Der erste Abend: Licht, Essen, Wärme

Setze auf batteriebetriebenes Licht: LED-Laternen beleuchten einen ganzen Raum, Stirnlampen lassen die Hände frei. Kerzen sind möglich, aber nur mit Bedacht: niemals unbeaufsichtigt, weit weg von Vorhängen und mit regelmäßigem Lüften. Kinder sollten nicht mit offenen Flammen hantieren.

Iss zuerst die Lebensmittel aus dem Kühlschrank, die schnell verderben. Haltbare Vorräte, die sich auch kalt essen lassen, sind jetzt Gold wert. Gekocht wird mit dem Campingkocher oder Grill ausschließlich im Freien – niemals in der Wohnung, im Keller oder in der Garage. Kohlenmonoxid ist unsichtbar und geruchlos.

Im Winter gilt: Einen Raum als Wärmeraum wählen, Türen schließen, warme Kleidung und Decken nutzen. Mehr dazu findest du in unserem Artikel zum Thema Heizungsausfall.

Die erste Nacht: Ruhe und Routine

Leg dir für die Nacht alles bereit: Lampe am Bett, Schuhe in Reichweite, Handy geladen oder an der Powerbank. Vereinbare im Haushalt, wer wann aufsteht und nach dem Rechten schaut. Kinder schlafen besser, wenn der Abend möglichst normal verläuft – eine Geschichte bei Laternenlicht kann aus der Ausnahme sogar ein kleines Abenteuer machen.

Notruf und Hilfe

Der Notruf 112 ist nur für echte Notfälle da: Feuer, medizinische Notfälle, eingeschlossene Personen. Bitte nicht anrufen, um zu fragen, wann der Strom zurückkommt – das blockiert die Leitungen für Menschen in Not. Funktioniert das Telefon nicht, sind Feuerwachen und Polizeistationen Anlaufstellen. Viele Kommunen planen zudem Notfall-Anlaufstellen für längere Ausfälle; informiere dich vorab bei deiner Gemeinde, wo diese sind.

Wenn der Strom zurückkommt

Schalte Geräte nach und nach wieder ein, nicht alle gleichzeitig. Prüfe den Inhalt von Kühlschrank und Gefriertruhe: Was aufgetaut oder verdächtig ist, gehört im Zweifel weg. Im Winter lohnt ein Blick auf Heizung und Wasserleitungen. Und dann: Notiere, was gefehlt hat, und ergänze deinen Vorrat.

Unsere Ausrüstungs-Empfehlungen

Bewährte Marken der Mittel- bis Oberklasse. Links folgen in Kürze; mit * gekennzeichnete Links werden Werbelinks sein.

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  • Ledlenser ML6Helle, aufladbare LED-Laterne, die einen ganzen Raum ausleuchtet und auch als Powerbank dienen kann.Zum Produkt*
  • Anker 737 Power Bank (PowerCore 24K)Leistungsstarke Powerbank, mit der du Smartphone und Kleingeräte mehrfach nachladen kannst.Zum Produkt*

Kurz gesagt: Erst Lage klären, dann handeln: Sicherung prüfen, Netzbetreiber melden, Radio einschalten. Geräte aus, Kühlgeräte zu, Handy-Akku sparen. Kochen und heizen mit Flamme nur draußen – niemals in Innenräumen.

Allgemeine Information, kein Ersatz für individuelle Beratung durch Behörden, Rettungsdienste oder medizinisches Fachpersonal. Im Notfall: 112.

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