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Sicherheit & Verhalten

Evakuierung: was tun, wenn du dein Zuhause verlassen musst

Evakuierungen sind in Deutschland häufiger, als viele denken. Der bekannteste Anlass ist der Fund einer Weltkriegsbombe, bei dem ganze Stadtviertel für einige Stunden geräumt werden. Dazu kommen Hochwasser, Großbrände mit starker Rauchentwicklung oder Gasaustritte. Meist bleibt dabei wenig Zeit. Wer vorbereitet ist, kann in Ruhe packen, statt hektisch nach Ausweis und Medikamenten zu suchen.

Wie du von einer Evakuierung erfährst

Behörden informieren über verschiedene Kanäle gleichzeitig: Warn-App NINA, Cell Broadcast auf dem Smartphone, Sirenen, Radio, Lautsprecherdurchsagen von Polizei und Feuerwehr sowie die Websites und Social-Media-Kanäle von Stadt und Landkreis. Dort erfährst du, welche Straßen betroffen sind, bis wann du die Wohnung verlassen musst und wo es Sammelstellen oder Notunterkünfte gibt. Anweisungen der Einsatzkräfte haben immer Vorrang vor allgemeinen Tipps, auch vor diesem Artikel.

Vorbereitung: Notgepäck und Dokumentenmappe

Das BBK empfiehlt, für jedes Familienmitglied Notgepäck vorzubereiten, und zwar nicht mehr, als in einen Rucksack passt. Ein Rucksack ist praktischer als ein Koffer, weil du beide Hände frei hast. Hinein gehören unter anderem:

  • persönliche Medikamente und Erste-Hilfe-Material
  • die Dokumentenmappe mit wichtigen Unterlagen
  • Ausweise, Bargeld und Wertsachen
  • Verpflegung für etwa zwei Tage in staubdichter Verpackung, Trinkflasche, Besteck
  • batteriebetriebenes Radio mit Ersatzbatterien, Taschenlampe
  • Schlafsack oder Decke
  • Kleidung und Hygieneartikel für einige Tage, Regenschutz, feste Schuhe

Ergänze Ladekabel und eine geladene Powerbank, eine Ersatzbrille und – ganz wichtig – eine Liste mit Telefonnummern auf Papier. Kinder bekommen einen Zettel mit Namen, Anschrift und einer Kontaktnummer in die Jackentasche.

Wenn die Aufforderung kommt: die ersten Minuten

In der Grundausbildung haben wir gelernt, dass ein Alarm nicht der Moment ist, um Pläne zu schmieden. Der Plan muss vorher stehen. Dann geht es nur noch um die Abarbeitung. Für eine Evakuierung kann sie so aussehen:

  1. Informationen prüfen: Was ist passiert, welches Gebiet ist betroffen, bis wann musst du raus, wo ist die Sammelstelle?
  2. Familie zusammenholen und Aufgaben verteilen.
  3. Notgepäck und Dokumentenmappe greifen, Medikamente nicht vergessen.
  4. Haustiere einpacken: Transportbox, Leine, Futter und Impfpass. Wenn eine Mitnahme nicht möglich ist, ausreichend Futter und Wasser bereitstellen und den Einsatzkräften Bescheid geben.
  5. Wohnung sichern (siehe unten).
  6. Nachbarn informieren, besonders ältere, kranke oder alleinlebende Menschen, die eine Durchsage womöglich nicht mitbekommen.
  7. Zügig, aber ruhig losgehen. Folge den ausgeschilderten Wegen und den Anweisungen vor Ort.

Die Wohnung richtig zurücklassen

Was du beim Verlassen der Wohnung tun sollst, hängt vom Anlass ab. Hier ist ein allgemeiner Rahmen, der sich an Hinweisen von Behörden und Feuerwehren orientiert:

  • Fenster und Türen schließen und die Wohnungstür abschließen.
  • Elektrogeräte, Herd und Kerzen ausschalten, Wasserhähne zudrehen.
  • Hauptschalter für Strom, Gas und Wasser nur dann betätigen, wenn die Behörden das ausdrücklich verlangen, etwa bei Hochwassergefahr. Bei anderen Lagen wie einer Bombenentschärfung wird oft gebeten, die Versorgung nicht komplett abzustellen.

Manche Kommunen bitten darum, Rollläden offen zu lassen oder ein Zeichen an der Tür anzubringen, damit Einsatzkräfte leerstehende Wohnungen erkennen. Achte deshalb auf die konkreten Hinweise in deiner Situation.

Unterwegs und in der Notunterkunft

Wenn möglich, bring dich bei Verwandten oder Freunden außerhalb des Gebiets unter. Wer das nicht kann, findet Platz in den eingerichteten Betreuungsstellen, die oft von Hilfsorganisationen wie DRK, Johannitern, Maltesern oder ASB betrieben werden. Melde dich dort an, auch wenn du nur kurz bleibst – so können Angehörige dich finden.

Nutze das Auto nur, wenn es ausdrücklich erlaubt ist und die Straßen frei sind. Bei manchen Lagen ist das Gebiet für den Verkehr gesperrt, und Staus behindern Rettungskräfte.

Rückkehr

Kehre erst zurück, wenn das Gebiet offiziell freigegeben ist. Nach Hochwasser oder Bränden solltest du vor dem Einschalten von Strom und Gas prüfen lassen, ob die Anlagen unbeschädigt sind. Dokumentiere Schäden mit Fotos, bevor du aufräumst.

Einmal üben

Mach mit deiner Familie einen einfachen Test: Wie lange dauert es, bis alle mit Notgepäck, Dokumenten, Medikamenten und Haustier an der Tür stehen? Beim ersten Mal sind es oft deutlich mehr als zehn Minuten. Beim zweiten Mal geht es schon viel schneller – und genau darum geht es.

Hilfreich ist auch, mit Angehörigen außerhalb deines Wohnorts abzusprechen, dass du im Ernstfall bei ihnen unterkommen darfst. Eine solche Vereinbarung kostet nichts, nimmt aber viel Unsicherheit aus der Situation – und entlastet die Notunterkünfte für Menschen, die keine andere Möglichkeit haben.

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Kurz gesagt: Notgepäck und Dokumentenmappe vorab packen, ein Rucksack pro Person. Bei der Aufforderung: informieren, Familie und Haustiere sammeln, Wohnung sichern, Nachbarn warnen. Den Anweisungen der Einsatzkräfte folgen und erst nach offizieller Freigabe zurückkehren.

Allgemeine Information, kein Ersatz für individuelle Beratung durch Behörden, Rettungsdienste oder medizinisches Fachpersonal. Im Notfall: 112.

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