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Erste Hilfe & Hygiene

Hygiene ohne fließendes Wasser: sauber bleiben, wenn der Hahn trocken ist

Ein Wasserrohrbruch in der Straße, ein langer Stromausfall, bei dem die Pumpen ausfallen, oder eine Störung im Wasserwerk – es gibt mehrere Gründe, warum plötzlich kein Wasser mehr aus dem Hahn kommt. Trinken steht dann an erster Stelle, klar. Doch schon nach kurzer Zeit merkst du, wie oft du im Alltag Wasser für Hygiene nutzt: Hände waschen, Zähne putzen, Geschirr spülen, Toilette. Wer hier vorbereitet ist, schützt sich und seine Familie vor Infektionen und behält ein Stück Normalität.

Warum Hygiene im Notfall so wichtig ist

Krankheitserreger werden vor allem über die Hände übertragen. Fällt das Händewaschen weg, steigt das Risiko für Magen-Darm-Infekte – und genau die sind in einer Ausnahmesituation besonders unangenehm, weil sie zusätzlich Flüssigkeit kosten. Gute Hygiene ist also kein Komfortthema, sondern Gesundheitsvorsorge.

Wasser einteilen: Trink- und Brauchwasser trennen

Das BBK empfiehlt, bei einem Ausfall der Wasserversorgung Wasser in allen größeren Gefäßen zu sammeln: Badewanne, Eimer, Töpfe, Kanister. Wichtig ist, diese Vorräte klar zu trennen:

  • Trinkwasser – aus deinem Vorrat oder abgekocht – ist für Trinken, Kochen und Zähneputzen reserviert.
  • Brauchwasser – etwa aus der gefüllten Badewanne – nutzt du für die Körperpflege, zum Putzen und gegebenenfalls zum Spülen der Toilette.

Beschrifte die Behälter eindeutig. In der Grundausbildung haben wir gelernt, dass Verwechslungen fast nie aus Dummheit passieren, sondern aus Müdigkeit. Ein deutliches Etikett ist die einfachste Absicherung.

Hände waschen mit wenig Wasser

Händewaschen mit Seife bleibt auch im Notfall die beste Methode. Laut dem Bundesportal infektionsschutz.de solltest du die Hände 20 bis 30 Sekunden gründlich einseifen. Mit wenig Wasser klappt das so:

  1. Hände leicht anfeuchten – ein kleiner Schwall aus einem Kanister mit Zapfhahn oder einer Flasche reicht.
  2. Gründlich einseifen: Handflächen, Handrücken, Fingerzwischenräume, Daumen, Fingerspitzen.
  3. Mit einem zweiten kleinen Schwall abspülen, das Wasser in einer Schüssel auffangen.
  4. Mit einem sauberen Tuch oder Einmalpapier abtrocknen.

Das aufgefangene Wasser kannst du anschließend noch zum Spülen der Toilette nutzen. Händedesinfektionsmittel ist eine gute Ergänzung, ersetzt das Waschen aber nicht, wenn die Hände sichtbar schmutzig sind.

Körperpflege: die Katzenwäsche

Für die tägliche Körperpflege brauchst du keine Dusche. Eine Schüssel mit warmem Wasser, ein Waschlappen und Seife genügen. Arbeite dich von „sauber“ nach „weniger sauber“ vor: Gesicht, Hals, Arme, Oberkörper, Beine, Füße, zum Schluss der Intimbereich. Wechsle das Wasser lieber einmal mehr, wenn es stark verschmutzt ist. Feuchttücher sind praktisch für unterwegs, sollten aber nicht in die Toilette geworfen werden, da sie Leitungen verstopfen.

Für Zähneputzen reicht ein Becher Trinkwasser. Trockenshampoo oder ein feuchtes Tuch helfen bei den Haaren, bis wieder Wasser fließt.

Küche und Geschirr

In der Küche entstehen schnell Keimherde. So hältst du den Aufwand klein:

  • Einweggeschirr oder Teller mit Backpapier-Auflage reduzieren den Abwasch deutlich.
  • Kochen mit nur einem Topf spart Spülwasser.
  • Geschirr zuerst mit Küchenpapier grob säubern, dann in einer Schüssel mit wenig Spülwasser abwaschen.
  • Das BBK rät, Haushaltspapier statt nasser Reinigung zu nutzen, wenn Wasser knapp ist.

Abfall im Griff behalten

Fällt die Müllabfuhr ebenfalls aus oder kommt sie seltener, wird Abfall schnell zum Hygieneproblem. Verpacke Speisereste und Windeln in fest verschließbaren Müllbeuteln und lagere sie möglichst kühl und außerhalb der Wohnräume. So vermeidest du Gerüche und hältst Schädlinge fern.

Was in den Hygienevorrat gehört

Der BBK-Ratgeber nennt unter anderem diese Hygieneartikel für den Vorrat:

  • Seife, Zahnpasta, Waschmittel
  • Toilettenpapier und Haushaltspapier
  • Feuchttücher
  • Haushaltshandschuhe und Händedesinfektionsmittel
  • Müllbeutel
  • eine Campingtoilette mit Ersatzflüssigkeit oder eine andere Notfalltoilette

Ergänze die Liste um das, was dein Haushalt zusätzlich braucht: Damenhygieneartikel, Windeln, Inkontinenzmaterial, Rasierzeug, Pflegeprodukte für empfindliche Haut. Diese Dinge sind im Notfall nicht immer verfügbar und sollten mit dem normalen Verbrauch rotiert werden.

Klein anfangen

Du musst nicht alles auf einmal kaufen. Ein sinnvoller Einstieg: ein Kanister mit Zapfhahn, eine Faltschüssel, eine Packung Müllbeutel und ein zusätzlicher Vorrat Seife und Toilettenpapier. Damit bist du für die ersten Tage gut aufgestellt. Probiere das Ganze ruhig einmal an einem Wochenende aus, etwa beim Camping – dann weißt du, wie viel Wasser du wirklich brauchst.

Denk auch an Menschen in deinem Umfeld, für die fehlendes Wasser besonders schwierig ist: Familien mit Babys, pflegebedürftige Angehörige oder ältere Nachbarn, die keine schweren Kanister tragen können. Ein kurzer Besuch, ein gefüllter Eimer Brauchwasser oder eine Packung Feuchttücher helfen dort oft mehr als jede Ausrüstung im eigenen Keller.

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Kurz gesagt: Trennst du Trink- und Brauchwasser konsequent, reichen wenige Liter für eine gute Grundhygiene. Händewaschen mit Seife bleibt Pflicht, Desinfektionsmittel ist die Ergänzung. Ein kleiner Hygienevorrat aus Seife, Papier, Müllbeuteln und Notfalltoilette deckt die wichtigsten Bedürfnisse ab.

Allgemeine Information, kein Ersatz für individuelle Beratung durch Behörden, Rettungsdienste oder medizinisches Fachpersonal. Im Notfall: 112.

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